bwegt-Fahrgastbarometer zeigt: Mehrheit in Baden-Württemberg ist zufrieden mit Bus und Bahn
Die Mehrheit der Befragten ist zufrieden mit Bus und Bahn. 55,6 Prozent geben an, „sehr“ oder „eher“ zufrieden zu sein. Dieses Ergebnis liefert das bwegt-Fahrgastbarometer. Die vom Meinungsforschungsinstitut Civey durchgeführte Befragung untersuchte, wie Fahrgäste in Baden-Württemberg den ÖPNV wahrnehmen. Neben der allgemeinen Zufriedenheit standen auch Aspekte wie Pünktlichkeit, Sicherheit, Klimabewusstsein und positive Erlebnisse in Bus und Bahn im Fokus.

Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg, sagte zu den Ergebnissen: „Mehr als die Hälfte der Befragten ist mit Bus und Bahn in der eigenen Region zufrieden (44,8 %) oder sogar sehr zufrieden (10,8 %). Das Ergebnis des bwegt-Fahrgastbarometers freut mich sehr. Trotz aller Widrigkeiten durch Bautätigkeiten im Schienennetz und Ersatzverkehre schätzen die Menschen das Angebot von Bus und Bahn in unserem Land.“ Ein weiteres Fünftel (19,4 %) äußert sich unentschieden. Besonders hoch ist die Zufriedenheit im Landkreis Calw (94,3 %), gefolgt vom Landkreis Reutlingen (93,6 %) und dem Stadtkreis Karlsruhe (87,0 %). Auch die Landeshauptstadt Stuttgart (85,4 %) liegt auf den vorderen Plätzen.
„Unsere Fahrgäste sind zufrieden, weil wir im vergangenen Jahrzehnt kräftig in den ÖPNV investiert haben und das Angebot deutlich verbessert haben – in der Stadt und auf dem Land. Und das spüren die Fahrgäste: 2025 waren so viele Nahverkehrs- und Regionalverkehrszüge in Baden-Württemberg unterwegs wie nie zuvor. Und auch der Takt stimmt“, so der Verkehrsminister. Heute fährt auf allen regelmäßig genutzten Strecken Baden-Württembergs mindestens stündlich ein Zug – auf stark frequentierten Linien halbstündlich oder öfter. „Auch die Fahrzeuge sind moderner und komfortabler geworden. Inzwischen fahren 358 neue klimafreundliche Züge im bwegt-Design im Land. Ab Dezember 2026 kommen sukzessive neue 156 Coradia Max-Züge hinzu mit deutlich mehr Plätzen.“ Auch das Landes-Förderprogramm „Regiobuslinien“ hat das Angebot verdichtet. Inzwischen verbinden 52 bwregiobus-Linien Orte ohne Schienennetz an den Zugverkehr.
„Die Mobilitätspolitik des Landes ist ein Beitrag im Kampf gegen die Klimakrise und sie sorgt für gute Mobilitäts- und Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Das stärkt unseren Wirtschaftsstandort“, so Verkehrsminister Hermann. „Ich rate allen politischen Ebenen, den Ausbau von Bus und Bahn konsequent fortzusetzen. Die Ergebnisse des bwegt-Fahrgastbarometers und die steigenden Fahrgastzahlen zeigen: Die Menschen brauchen und schätzen einen attraktiven und zuverlässigen ÖPNV und dieser ist das klimafreundlichste Mobilitätsangebot für alle.“
Stärken: kurze Wege und serviceorientiertes Personal
Die Befragten bewerten auch die Entfernung zur nächsten Haltestelle positiv. 69,0 % vergeben hier die Schulnote „sehr gut“ oder „gut“. Auch das Service-Verhalten des Personals wird mehrheitlich positiv beurteilt (52,0 % sehr gut oder gut).
Zugleich zeigt die Befragung, was Fahrgästen besonders wichtig ist: Sauberkeit, Pünktlichkeit und freie Sitzplätze beeinflussen das Wohlbefinden deutlich – ein klarer Hinweis darauf, worauf es Menschen im Alltag ankommt.
Im Süden klimabewusst und freundlich
Besonders klimabewusst sind die ÖPNV-Nutzenden laut bwegt-Fahrgastbarometer 2025 im Bodenseekreis: 81,7 % ordnen Nachhaltigkeit bei der Wahl ihres Verkehrsmittels als „sehr“ oder „eher“ wichtig ein. Damit liegt der Bodenseekreis vor Freiburg im Breisgau (79,6 %) und Tübingen (78,4 %). Im Landesdurchschnitt beträgt dieser Wert 59,0 %. Die Befragten im Alter über 40 Jahren äußern sich besonders klimabewusst.
Hohe Freundlichkeit bescheinigen sich die Befragten im Landkreis Lörrach. Bei sechs von sieben abgefragten Situationen – etwa Platz anbieten, beim Ein- und Aussteigen helfen oder ein freundliches Gespräch führen – liegt Lörrach jeweils unter den Spitzenreitern in Baden-Württemberg. 65,9 % erinnern sich an ein Sitzplatzangebot, 49,4 % an Hilfe beim Ein- oder Ausstieg und 79,3 % an ein nettes Gespräch mit anderen Fahrgästen.
Was sich bei Bus und Bahn in den letzten Jahren getan hat:
- Der Abfluss an öffentlichen Finanzmitteln ist gemäß ÖPNV-Finanzreport Baden-Württemberg im Land von 2018 bis 2024 um 70 % auf 3,3 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen.
- 2024 waren mit 92 Millionen Zugkilometern so viele Züge unterwegs wie nie zuvor; über 100 Millionen inklusive der S-Bahn Stuttgart.
- Auch die Fahrgastzahlen erreichen Rekordwerte: Die im Regionalverkehr zurückgelegten Personenkilometer sind im Vergleich zu 2010 um 43 % auf 6,2 Millionen gestiegen. Sie liegen damit 21 % über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Seit der Bahnreform von 1994 hat sich dieser Wert sogar verdreifacht.
- Landestaktauf 85 % der Strecken: Auf fast der Hälfte der Strecken gilt der Landestakt, also mindestens ein Zug pro Stunde. Auf vielbefahrenen Strecken gilt sogar der Halbstundentakt. Auf 36 % der Strecken wird der Stundentakt sogar übertroffen.
- Neue, moderne und klimafreundliche Züge: Bis heute hat das Land 358 neue klimafreundliche Fahrzeuge in Landeseigentum in den Dienst gestellt.
- Größte Fahrzeugbestellung des Landes: Mit 156 Doppelstockzügen des Typs Coradia Max wird die Sitzplatzkapazität schrittweise ab Dezember 2026 deutlich erhöht. Derzeit läuft eine weitere Fahrzeugausschreibung über 160 batterieelektrische und elektrische Züge.
- Das Regiobus-Netz wächst: Es umfasst heute 52 bwregiobus-Linien. Seit 2025 hat das Land Kommunen und Landkreise mit insgesamt 144 Millionen Euro unterstützt.
- Die vom Land geförderten On-Demand-Projekte (bwshuttle) werden ab diesem Jahr damit in insgesamt 15 Landkreisen mit 20 Angeboten unterwegs sein. Die Fördersumme beträgt seit 2020 26 MiIlionen Euro.
Hintergrund: Das bwegt-Fahrgastbarometer
Mit dem bwegt-Fahrgastbarometer stellt bwegt die Perspektive der Fahrgäste in den Mittelpunkt. Es erfasst systematisch und jährlich, wie Bus und Bahn im Nah- und Regionalverkehr wahrgenommen werden – differenziert nach Landkreisen. Durchgeführt wurde die Erhebung vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von bwegt, der Initiative des Landes Baden-Württemberg für nachhaltige und klimafreundliche Mobilität. Die Befragung versteht sich ausdrücklich nicht als Qualitätsmessung: Kennzahlen zur Angebotsqualität, Betriebsleistung oder Infrastruktur erhebt das Land Baden-Württemberg unter anderem im ÖPNV-Report und im SPNV-Qualitätsbericht. Das bwegt-Fahrgastbarometer ergänzt diese Berichte um die Sicht der Nutzenden.
Die Ergebnisse basieren auf einer Online-Befragung von 2.500 ÖPNV-Nutzenden in Baden-Württemberg. Befragungszeitraum war der 25. September bis 27. Oktober 2025. Für verlässliche Auswertungen bis auf Landkreisebene wurden modellbasierte Small-Area-Methoden eingesetzt und die Stichprobe statistisch gewichtet. Dadurch lassen sich regionale Besonderheiten gezielt bestimmen. So zeigt sich, wo die Stimmung der Fahrgäste besonders positiv oder kritisch ist – und welche Entwicklungen vor Ort eine Rolle spielen. Die Auswertung wird jährlich durchgeführt und ist Teil der bwegt-Regelkommunikation.
Der vollständige Bericht des bwegt-Fahrgastbarometer 2025 steht in der bwegt-Mediathek zum Download zur Verfügung: bwegt.de/mediathek
Bildmaterial zum Herunterladen

Das bwegt-Fahrgastbarometer
Das bwegt-Fahrgastbarometer erfasst die Stimmung der Bus- und Bahnfahrenden in Baden-Württemberg.
Bildquelle: bwegt / Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

Mehr über die Perspektive der Fahrgäste
Neben Fragen zur Zufriedenheit und Nachhaltigkeit umfasst das bwegt-Fahrgastbarometer auch einen Teil dazu, wie sich Fahrgäste untereinander verhalten.
Bildquelle: bwegt / Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

Die Mehrheit ist zufrieden
Über 50 Prozent der Fahrgäste geben an, mit Qualität und Angebot von Bus und Bahn zufrieden zu sein.
Bildquelle: bwegt / Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

Einblick in die Stimmung der Fahrgäste
Die Ergebnisse des bwegt-Fahrgastbarometer erlauben Rückschlüsse bis auf Landkreisebene. Am zufriedensten sind beispielsweise die Fahrgäste in Calw.
Bildquelle: bwegt / Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg
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Pressemitteilung erschienen am 03.03.2026


