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Neue Doppelstockzüge für Baden-Württemberg im Extremtest

Hitze, Frost, Sturm und Starkregen: Bevor die neuen bwegt-Doppelstockzüge ab Dezember 2026 in Baden-Württemberg unterwegs sind, mussten sie im weltweit größten Klima-Wind-Kanal in Wien zeigen, wie sicher, pünktlich und komfortabel sie unter extremen Wetterbedingungen funktionieren. Vier Wochen lang wurden Technik und Komfortsysteme auf Herz und Nieren geprüft – für den zuverlässigen Einsatz zu jeder Jahreszeit.

Vereister bwegt-Doppelstockzug im Klima-Wind-Kanal Wien beim Extremwettertest für Baden-Württemberg. Die schwarz-gelbe Front ist mit Schnee und Eis bedeckt.
bwegt[2.1]-Doppelstockzug mit vereister Front im Klima-Wind-Kanal Wien, Extremwetterprüfung für den Einsatz in Baden-Württemberg.
Die neuen Alstom Coradia Max trotzen im Klima-Kanal den widrigsten Wetterbedingungen.

Fit für jedes Wetter

Extreme Wetterlagen gehören zum Alltag im Bahnverkehr – und genau darauf sind die neuen Alstom Coradia Max für Baden-Württemberg ausgelegt. Bevor sie ab Dezember 2026 auf die Schiene kommen, mussten sie sich einer besonderen Bewährungsprobe stellen: dem Test im weltweit größten Klima-Wind-Kanal der Welt, dem Rail Tec Arsenal, im Wiener Bezirk Floridsdorf.

Die dort betriebene Versuchsanlage zählt zu den leistungsfähigsten ihrer Art. In zwei Klima-Wind-Kanälen – darunter ein 100 Meter langer Großkanal – können komplette Züge, Busse oder sogar Hubschrauber realitätsnah extremen Umweltbedingungen ausgesetzt werden. Temperaturen von −45 bis +60 Grad Celsius, Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometer pro Stunde, künstlicher Schnee, Regen, Eis, Nebel und eine simulierte Sonneneinstrahlung durch rund 400 Hochleistungsscheinwerfer bilden die gesamte Bandbreite klimatischer Belastungen ab, denen ein Zug während seiner 30- bis 40-jährigen Einsatzzeit begegnet.

Im Klima-Wind-Kanal in Wien werden die neuen bwegt-Doppelstockzüge unter extremen Wetterbedingungen getestet. Die Kanäle simulieren Schneestürme, Hitze und starke Seitenwinde.
Im größten Klima-Wind-Kanal der Welt wurden vier Wochen lang Extremwetterbedingungen simuliert, um die Doppelstockzüge für den Betrieb fit zu machen.

Vier Wochen Tests unter extremen Bedingungen

Während ein Testlauf im Klima-Wind-Kanal üblicherweise rund zwei Wochen dauert und täglich unterschiedliche Schwerpunkte setzt, wurden die neuen bwegt-Doppelstockzüge für Baden-Württemberg über einen deutlich längeren Zeitraum geprüft. Auf dem Programm standen unter anderem Fahrten bei bis zu 40 Grad Hitze, Schneestürme mit Temperaturen bis −25 Grad sowie starke Seitenwinde und Orkanböen.

Getestet wurden dabei zahlreiche technische Systeme im Zusammenspiel: Heizungen und Klimaanlagen, Türmechanismen, Scheibenwischer bei Schneefall, Kamerasysteme inklusive ihrer Beheizung, Sensorik sowie die Temperaturstabilität im Innenraum. Die Tests zeigen, wie alle technischen Systeme zusammenarbeiten – auch bei Hitze, Frost oder starkem Wind.

Die komplett vereiste Kupplung eines neuen bwegt-Doppelstockzugs, der im Klima-Wind-Kanal Wien unter Extremwetterbedingungen getestet wird.
An allen sensiblen Anschlusspunkten werden die Kupplungen, Sensoren und elektronische Komponenten auf ihre Zuverlässigkeit – und damit Sicherheit für den Fahrgast – geprüft.

Sicherheit im Fokus der Tests

Ein zentraler Fokus der vielfältigen Tests lag auf der Sicherheit. Es wurde untersucht, wie stabil der Zug bei starkem Seitenwind bleibt und ob es unter extremen Bedingungen zu kritischen Fahrsituationen kommen kann. Auch Bremsen, Stromabnehmer und Türen mussten ihre volle Funktionsfähigkeit bei tiefen Minusgraden unter Beweis stellen, um Vereisungen und Ausfälle auszuschließen.
Darüber hinaus wurden Kupplungen, Sensoren und elektronische Komponenten gezielt Kälte, Nässe und Eisbildung ausgesetzt. Selbst bei starkem Regen und hohen Geschwindigkeiten wurde überprüft, ob sensible Technik zuverlässig geschützt bleibt.

Pünktlichkeit dank robuster Technik

Die Tests im Klima-Wind-Kanal leisten einen wichtigen Beitrag zur Betriebssicherheit – und damit zur Pünktlichkeit. Durch die kontrollierte Simulation extremer Wetterlagen lassen sich potenzielle Schwachstellen frühzeitig erkennen und optimieren. Untersuchungen zur Aerodynamik sowie zum Brems- und Fahrverhalten bei Windböen sorgen dafür, dass die Züge auch unter schwierigen Bedingungen stabil unterwegs sind und sicher zum Stillstand kommen.

Innenansicht eines Fahrgastabteils in einem der neuen bwegt-Doppelstockzüge. Für den Test unter Extremwetterbedingungen sind hier zahlreiche Messinstrumente mit vielen Kabeln und Sensoren installiert.
Um Komfort für die Fahrgäste zu untersuchen, werden im Innenraum Messungen zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Geräuschbelastung unter realen Bedingungen angesetzt.

Komfort bei jeder Witterung

Neben Sicherheit und Zuverlässigkeit stand selbstverständlich auch der Fahrgastkomfort im Fokus. Im Klima-Wind-Kanal wurde geprüft, wie gleichmäßig sich der Innenraum bei hohen Außentemperaturen kühlen lässt, ob Zugluft entsteht und wie sich Druckschwankungen und Windgeräusche auf das Fahrgefühl auswirken.
Die Tests stellen zudem sicher, dass Türen auch bei Frost zuverlässig öffnen und schließen und dass im Fahrzeuginneren zu jeder Jahreszeit ein angenehmes, stabiles Klima herrscht.

Innenansicht des Führerstandes eines der neuen bwegt-Doppelstockzüge. Für den Test unter Extremwetterbedingungen sind hier zahlreiche Messinstrumente mit vielen Kabeln und Sensoren installiert.
Selbstverständlich muss auch die Sicht immer frei bleiben – der Scheibenwischer-Test verrät, ob der Zug für seinen Einsatz gerüstet ist.

Gut vorbereitet für den Einsatz

Die umfassenden Prüfungen im Klima-Wind-Kanal markieren einen wichtigen Meilenstein für die neuen Coradia Max von Alstom in Baden-Württemberg. Sie zeigen, dass die Fahrzeuge technisch robust, sicher und komfortabel ausgelegt sind – selbst unter extremen Umweltbedingungen.

Mit insgesamt 156 neuen Zügen, die an die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg geliefert werden, setzt das Land auf modernste Technik und hohe Qualitätsstandards. Getestet im größten Klima-Testlabor der Welt – gemacht für den zuverlässigen Einsatz im Alltag.

Magazin-Artikel veröffentlicht am 03.03.2026

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