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Vortrag, Tübingen

Studium Generale: Make Peace not Love (Amos Oz): Kriege bekämpfen

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Scheinbar über Nacht hat das Phänomen des Krieges in Europa wieder Einzug gehalten. Allzu lange hatten wir geglaubt, dieses Geschehen von uns fernhalten bzw. den Zustand des Friedens als selbstverständlich sehen zu können. Entsprechend hilflos fallen derzeit unsere Reaktionen aus. Wir verharren in einem Zustand zwischen Ohnmacht, Parteinahme, Abwehr, Resignation und vager Friedenssehnsucht. Auch eine gewisse Lust, sich militant zu positionieren, ist gelegentlich festzustellen. 

Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, die Realie „Krieg“ ungeschminkt und unerschrocken in den Blick zu nehmen, um ihre Mechanismen zu begreifen und angemessen reagieren zu können. Wir müssen uns, auch wenn es paradox erscheint, mit dem Phänomen Krieg, seinen Ursachen und Auswirkungen vertraut machen, wenn wir ihn jetzt und in Zukunft bekämpfen wollen. Auch wenn Spinoza mit guten Gründen sagt, Friede sei mehr als die Abwesenheit von Krieg, sollten wir uns in einem ersten Schritt damit begnügen, einen (noch so brüchigen) Zustand der Abwesenheit von Krieg herzustellen. Was schwierig genug ist. 

Ausgerechnet die bisweilen als weltfremd betrachtete Literatur kann bei diesen Bemühungen einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten. Zum einen, indem sie die emotionale Befindlichkeit von Individuen in Konfliktzonen unbestechlich ausleuchtet. Zum anderen, weil sie früh auf Krisensituationen verweist, die Entscheidungsträger in Alarmzustand versetzen könnten und die letztlich Betroffenen vor der demütigenden Erfahrung, überrascht oder „überrumpelt“ zu werden, schützt.

29.04.2024 „Warum Krieg“:
Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud (und weitere)

06.05.2024 Wege zum „ewigen Frieden“:
Erasmus, „Die Klage des Friedens"; Immanuel Kant, „Zum ewigen Frieden" und die krude Wirklichkeit

13.05.2024 Krieg und Frieden:
Carl v. Clausewitz, Leo Tolstoi, Gertrude Stein und die Anatomie des Krieges

27.05.2024 Sarajevo - Butscha - Gaza oder das große Narrativ des „Humanitären Völkerrechts“. Seine Macht und Ohnmacht

03.06.2024 Mutter Courage, „Der Krieg nährt seinen Mann":
Kriegsgewinnler, „Gewaltunternehmer“ und Spekulanten bei der Arbeit

10.06.2024 How to prevent a Genocide.
Wie kann man Fanatiker „kurieren“?: Amos Oz und die Schocktherapie Oliviero Tosacanis

17.06.2024 Zwischenstand: Diskussion mit Florence Gaub (NATO, Rom) und Dr. Bernd Villhauer, (Weltethos-Institut Tübingen)

24.06.2024 Feindbilder: Die Dämonisierung der Anderen.
Viktor Klemperer „LTI“, George Orwell „1984“

01.07.2024 Kreuzzüge und Heilige Kriege: Religion als Brandbeschleuniger oder Heilmittel? Lessings Modell der Entschärfung im „Nathan“

08.07.2024 Kriege (fast) ohne Opfer? Cyber War und KI als taktische Waffensysteme der Zukunft?: Juli Zeh „Corpus Delicti“, Neal Stephenson „Snow Crash“

15.07.2024 Operation „Make Peace not Love“: 
Macht und Ohnmacht der Sprache und proaktives Handeln auch durch und mittels Literatur. „Die drei Tage des Kondor“

Preise

Freier Eintritt

Öffnungszeiten

Montag
17.06.2024
18:00 Uhr
Montag
24.06.2024
18:00 Uhr
Montag
15.07.2024
18:00 Uhr

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