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Wanderweg

Auf dem Panoramaweg um Reichental

Diese Wanderung lädt in das schöne Reichental ein. Entdecken Sie den höchstgelegenen Ortsteil auf dem abwechslungsreichen Panoramaweg mit einer Gesamtlänge von rund 9,8 km, der trotz der einiger Anstiege gut zu bewältigen ist und viele Aussichtspunkte auf  Reichental bietet. Er befindet sich nicht immer auf dem ausgewiesenen Wanderwegenetz und ist daher gesondert gekennzeichnet (rot umrandete Raute "Panoramaweg Reichental"). Los geht es an der Bushaltestelle Johannesplatz (Linie 242) in Reichental, direkt vor dem Waldmuseum, das von Mai bis September jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet hat.

Der Wald bildete viele Jahrhunderte lang die Lebensgrundlage des Dorfes. Köhlern und Pottaschesiedern, Holzfällern, Förstern und Jägern bot der Wald ein Auskommen. Auf Initiative eines Arbeitskreises wurde in liebevoller Kleinarbeit die restaurierte ehemaligen Sägemühle aus dem Jahre 1505 in das heutige Waldmuseum verwandelt. Dort wird Besuchern anhand von historischen Werkzeugen und Maschinen, aber auch Infotafeln und bei einer Führung die Geschichte um die mühsame Arbeit der Menschen mit dem Wald in den vergangenen Jahrhunderten näher gebracht. Der Eintritt ist frei!

Unterhalb des Museums führt uns unsere Tour vorbei am ehem. Gasthaus Auerhahn auf den Gernweg, vorbei am ehemaligen Reichentaler Kindergarten, hinauf in Richtung Fatima-Kapelle, einer kleinen Kapelle am Ortsrand von Reichental. Von dort halten wir uns ein kurzes Stück weiter entlang des Premium-Wanderweges Gernsbacher Runde bis zum Schilderstandort Gernweg. Hier biegen wir nun rechts ab und erreichen auf sonnigem Spazierweg den nächsten Schilderbaum am Hardbergweg, von wo aus wir  links hinauf  zum rustikalen "Berg- und Talweg" bis zum Standort Alte Eichen gehen. Hier nehmen wir den ersten Weg rechts hinab bis wir zur Landstrasse 76b gelangen. Diese überqueren wir und laufen bergab vorbei am Solar-Bad und dem Waldspielplatz bis zum Standort Auwiesen. Nun halten wir uns weiter an die Sonderbeschilderung des Panoramaweges (siehe Galerie) und laufen ein kurzes Stück durch den Schimmelwald bis in das Milbigtal, eines der für das Murgtal so typischen Heuhüttentäler. Vorbei geht es mit Blick auf den Reichentaler Ziegenstall wieder hinab in Richtung Dorfmitte (Alter Postweg), um zuvor am Goldloch wieder ein kurzes Stück links bergan in Richtung Beckenfelsen weiter zu wandern. Nach nur wenigen Metern verlassen wir aber den Hauptweg und laufen rechts ein Stück Waldweg, entlang eines Wiesentals mit einem herrlichen Panoramablick auf Reichental, in Richtung Wegkreuz Eben. Hier biegen wir links auf den geteerten Weg ab und folgen diesem ein kurzes Stück bevor wir wieder rechts auf einen geschotterten Weg kommen Richtung Schöllkopf-Gipfel. Nach einigen Schritten im Hohlweg biegt rechts ein weicher Grasweg ab, der zur neu gestalteten Aussichts-Bank, dem "Juchhee-Platz" führt. Die Sitzbank lädt zum Verweilen und Durchatmen ein. Mit einem herrlichen Blick auf Reichental und die umliegenden Wälder kann man die Ruhe des wunderschönen Aussichts-Punktes genießen. Weiter geht es über die Wiesen Richtung Wald. Wir halten uns aber immer mit Blick auf Reichental und erreichen schließlich wieder den Johannesplatz als Ausgangspunkt unserer ca. 3 bis 3,5 stündigen Wanderung.

Highlights entlang der Route

  • Wanderweg

    Natur und Geschichte pur in Reichental

    Wir wollen Sie mit unserem Weg „Natur und Geschichte Pur“ ein kleines Stück mit unserem Leben im und mit dem Wald vertraut machen. Den Ort umschließen sieben Täler und damit sind wir fast vollständig von Wald umgeben. Reichental wurde 1339/40 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und lebt seit Menschengedenken in Tradition mit dem Wald und den Waldberufen. Die Gemarkungsfläche betrug vor der Eingemeindung mit Gernsbach 4719 Hektar, davon waren 92% Wald, der zum einen Teil der Gemeinde, zum anderen Teil dem Land Baden-Württemberg als Staatsforst und Staatsjagd gehörte. Kein Wunder, dass 1990 in der alten Sägemühle von einer Privatinitiative das Waldmuseum eingerichtet wurde, das nicht nur für Schulklassen und Gruppen interessant ist und einige Highlights bietet. Zu sehen ist u.a. die in einer Fichte verwachsene Pilotenkanzel eines auf der Schwarzmiss aufgefundenen Flugzeugs aus dem zweiten Weltkrieg. Der Wald, der heute durch einen hohen Fichtenanteil manchmal dunkel (Schwarzwald!) erscheint, war früher ein Mischwald aus Tannen, Buchen und Eichen. Die mächtigen Tannen wurden sogar nach Holland geflößt. Eichenstämme aus dem Murgtal wurden zu Gründungspfählen in Rotterdam. Sehr licht war der Wald damals und ermöglichte den Hirten des Dorfes, Kühe und Schweine auf die Waldweide zu führen, wo die Tiere die begehrten Eicheln finden konnten. „Auf den Eichen wachsen die besten Schinken“, so die alte Volksweisheit. Im Jahr 1707 wurden auf dem Kaltenbronn 1700 Weidetiere gezählt! Große Anstrengungen erforderte es, dem Wald die steilen Täler abzuringen, um Getreide, Raps und andere Feldfrüchte anzubauen. In den zahlreichen, nur im Murgtal aufzufindenden Heuhütten, die Tiroler Einwanderer mit hierher gebracht haben, lagerte man das Futter für die Tiere und holte es im Winter mit dem Schlitten ins Dorf. In Kohlenmeilern auf den „Kohlplatten“ direkt im Wald wurde die begehrte Holzkohle produziert. Das Köhlern selbst war eine raue Arbeit, die auch sehr große Erfahrung erforderte. Das Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff mit dem armen Kohlenmunk Peter, dem Holländer Michel und dem Glasmännlein stammt nachweislich aus dem Murgtal. Zahlreiche Mühlen, vom lebenswichtigen  Wasser der Bäche angetrieben, versahen ihren Dienst. Mit Wasserkraft wurde gesägt, gemahlen und gestampft. Zur Jahrhundertwende leistete sich die Gemeinde den Luxus der ersten Wasserversorgung mit Quellwasser. Als Gruppe mit Anmeldung oder in einer Führung haben Sie die Möglichkeit, die alte Mahlmühle mit Räderwerk und Transmissionen in Betrieb zu sehen. Der Reichentaler Wald zeichnete sich immer durch einen hohen Wildbestand aus und beherbergt heute noch eine Rotwildjagd. Auf und um den Kaltenbronn fanden herrschaftliche Jagden statt. Noch heute beeindrucken die Jagdhäuser auf dem Kaltenbronn oder das Haus Waldfried. Allerdings  verursachte das Wild Schäden im Wald und auf der Feldflur. Mit einem riesigen Zaun versuchte man, das Wild von den Äckern fernzuhalten.

    Das Erste was Ihnen auf den Reichentaler Waldwegen auffallen wird, sind die enormen Vorräte an Brennholz, die die Waldwege säumen. Wir haben vorsichtig nachgerechnet und sind bei etwa 800 Einwohnern auf knapp 10 Ster Holz pro Reichentaler gekommen. Eine riesige Menge! Das umweltfreundliche Heizen mit nachwachsenden Rohstoffen wurde hier schon immer praktiziert. Die anderen Hinweise auf  frühere Zeiten sind eher versteckt: An 13 verschiedenen Stationen haben wir sie zugänglich gemacht und mit Info-Tafeln beschrieben. Der ganze Rundgang ist knapp 11 Kilometer lang, Sie können aber auch jederzeit abkürzen. Wo immer ein Weg nach unten führt, werden Sie auf diesem wieder nach Reichental gelangen, wo zum Abschluss das Schwimmbad und die Grillstelle einladen.

    Wir hoffen, wir haben Ihnen Appetit darauf gemacht, den Reichentaler Wald zu besuchen. Den Startpunkt der Tour finden Sie beim
    Reichentaler Waldmuseum. Wir wünschen Ihnen in unserem Wald viel Freude und Spaß.

Offizieller Inhalt von Baiersbronn/Murgtal

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