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Baden-Württemberg

Herausforderungen bei der Strecken-Neuvergabe.

Auf über einem Dutzend Strecken in Baden-Württemberg wurden seit 2017 nicht nur die Züge ausgetauscht, sondern zum Teil wurde der Betrieb der Bahnen auch in neue Hände gelegt. Früher fuhren Privatbahnen lediglich auf Nebenstrecken. Nun sind es neben der Deutschen Bahn zehn Verkehrsunternehmen, die auf Teilen des Landesnetzes unterwegs sind. Seit Dezember 2019 fahren über 150 Züge im bwegt-Landesdesign.

Fahrgäste genießen im Nah- und Regionalverkehr des Landes immer öfter den gleichen Komfort wie in einem Fernzug: Sie sitzen in einem großzügig gestalteten Abteil auf bequemen Sitzen. Es gibt Steckdosen, genug Platz für Gepäck, Kinderwagen, Fahrrad und Rollstuhl. Im Sommer kühlt eine Klimaanlage. Ein kostenfreier Zugang ins Internet steht über WLAN immer offen. Die alten Bahnen im roten Lack machen nach und nach Platz für moderne Züge in Weiß, Schwarz und Gelb, den Landesfarben.

Der Wechsel von einem Betreiber zu einem neuen ist eine Herkulesaufgabe, denn hier müssen Fahrpläne, neue Technik und Züge, neue und alte Betreiber, Infrastruktur, Informationssysteme und natürlich tausende von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Hand in Hand zusammenarbeiten. Wer in einem Unternehmen einmal etwa nur eine neue Software eingeführt hat, der weiß, da geht es am Anfang sehr ruckelig zu. Wenn nur Harry Potter im Team wäre, der mit einem Zauberspruch alles perfekt machen würde. Auch der Weg zu einem modernen Nahverkehr ist kein Spaziergang, weil der Um- und Ausbau des Bahnverkehrs eine sehr komplexe Aufgabe ist. Ausgetretene Pfade zu verlassen, bedeutet ein hartes Stück Arbeit für alle Beteiligten.

So auch bei den Inbetriebnahmen. Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, neue Teams, neue und alte Technik, neue Software, Werkstätten, Reisecentren, Apps und Informationssysteme, tausende von Schnittstellen und Menschen müssen von einem Tag auf den anderen reibungslos zusammenarbeiten. Leider klappt das dann in Echtzeit nicht immer so, wie das alle vorher akribisch geplant haben.

Darum kommen jede Woche alle großen Zugunternehmen im Verkehrsministerium zusammen und arbeiten gemeinsam an pragmatischen Lösungen, um den Nahverkehr immer besser zu machen. Denn alle wissen: Nur ein gutes Angebot überzeugt letztendlich die Reisenden. Nahverkehr ist ein Gemeinschaftsprojekt und auch wenn mal nicht alle Stellschrauben im Getriebe reibungslos laufen, ist ein großes Anliegen aller, immer besser zu werden. Das ist harte Arbeit, jeden Tag. Das sind wir aber auch uns und den nachfolgenden Generationen schuldig.