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Schauspielfestival, Baden

ABGESAGT: Jeder stirbt für sich allein

Aufgrund der aktuellen Situation rund um Covid-19 muss die Veranstaltung leider abgesagt werden. Ticketbesitzer werden direkt kontaktiert.

Aufgerüttelt durch den Tod ihres Sohnes «für Führer und Vaterland» an der Front schreibt das Ehepaar Quangel einfache Botschaften auf Postkarten, mit denen es zum Widerstand gegen das Naziregime aufruft. Die Karten verteilen die beiden auf Treppen und in Hausfluren überall in der Stadt und riskieren damit ihr Leben. Schon bald geraten sie in Verdacht. Kriminalkommissar Escherich ermittelt. Er ist selbst mehr karrierebewusster Mitläufer als glühender Nazi, gerät aber unter dem Druck seiner Vorgesetzten in Zugzwang. Denn, so Fallada: «Das Groteske geschieht: der Elefant fühlt sich von der Maus bedroht.»

Falladas Roman geht auf die wahre Geschichte des Berliner Arbeiterehepaars Otto und Elise Hampel zurück, die 1943 von den Nazis hingerichtet wurden und deren Karten überliefert sind. Die kraftvoll gezeichneten Figuren versuchen in einer Gesellschaft zu überleben, in der Argwohn und Angst jedwede soziale Beziehung bestimmen. Viele von ihnen sind Mitläufer*innen oder Täter*innen. Einige beweisen, dass man sogar in diesem System seine Freiheiten behaupten und seinem Gewissen folgen kann. Für uns Nachgeborene stellt sich die Frage: Wie weit reicht der eigene Mut, sich gegen Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit zu stellen? Wann genügt es nicht mehr, im privaten Umfeld «anständig» zu bleiben, wann ist es Zeit für tätigen Widerstand?

«Das macht Lust auf mehr: Regisseurin Shirin Khodadadian bringt Hans Falladas Roman Jeder stirbt für sich allein auf die Bühne. Ein eindrucksvoller Abend über Widerstand gegen autoritäre Systeme.» Südkurier

«Autoritäre Regime scheitern nicht an ihren Gegner, sondern an sich selbst. Es ist eine ernüchternde Wahrheit, die Khodadadian in so wunderbarer Klarheit wie beklemmender Ironie entfaltet. Sie verstört, weil sie politische Widerständigkeit in Zweifel zieht, statt sie im üblichen Brustton der Überzeugung einzufordern. Und sie beglückt, weil sie ein neues Licht auf altbekannte Fragen wirft.» Südkurier

Mit: Ingo Biermann, Sebastian Haase, Katrin Huke, Miguel Jachmann, Jana Alexia Rödiger, Pauline Werner, Burkhard Wolf
Regie: Schirin Khodadadian
Bühne: Caroline Mittler
Kostüme: Charlotte Sonja Willi
Musikalische Leitung: Johannes Mittl
Fassung: Luk Perceval und Christina Bellingen

Preise

CHF 54.00 / 46.00 / 40.00

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