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Wanderweg

Kulturwanderweg Jagst- 3. Etappe Möckmühl bis Jagsthausen

"Grenzland": Mal Rom und Germanien, mal Baden und Württemberg

Befestigte Wege durch Dörfer. Geschotterte und unbefestigte Wege mit Anstiegen verbinden die attraktiven
Dörfer miteinander.

Der Rückblick in die Vergangenheit fördert an der Jagst große Geschichte

und auch viele Geschichten zutage – vor allem Grenzland-Geschichten. Zwei tausend Jahre können Sie so mühelos nacherleben. Nehmen Sie sich Zeit für Land und Leute.

Wegbeschreibung

 Vom mittelalterlichen Möckmühl wandern Sie in den Ortsteil Ruchsen unterhalb der „Engelburg“. Danach erhebt sich schon vor Ihnen die 84 m hohe und 950 m lange Autobahnbrücke über der Jagst – eine moderne Ingenieurleistung. Widdern kommt in Sicht, die kleinste (selbstständige) Stadt Baden-Württembergs. Von einem Franken („Wittero“) gegründet, wird „Witteroheim“ schon um 1300 Stadt und ist offenbar damals sehr beliebt. Denn schon wenige Jahrzehnte später wird Widdern „Ganerben-Stadt“, also Gemeinbesitz vieler Herren. Diese „Erbengemeinschaft“ hat bekannte Namen – z. B. von Sickingen und von Gemmingen, von Neipperg und von Berlichingen… Die Chronik sagt unverblümt: „Sie waren Raubritter und verübten… viele schlimme Streiche.“ Teilung war das Schicksal der kleinen Stadt mit den verwinkelten Straßen und Gassen. Im 19. Jh. gehörte das „Condominat“ zu Baden, der Rest zu Württemberg – „baden-württembergisch“ also schon damals. Doch die Zersplitterung
war noch grotesker: Als Ganerbenschaft hatten die Württemberger Krone und die Fürsten von Löwenstein Anteil.

Wenn auch diese Besitzverhältnisse heute Vergangenheit sind, Widdern ist ein lebender Zeitzeuge der Politik des „teile und herrsche“. Folgen Sie dem historischen Rundweg durch den alten Ortskern, gehen Sie durchs Tor zum „Kaisersaal“, vielleicht auch ans Schloss derer von Gemmingen (16. Jh.) und an der Stadtmauer vorbei – bevor Sie nach Jagsthausen weiter wandern. Und hier geht’s dann weiter mit den Grenzlinien, damals römischgermanisch (hier querte der Limes die Jagst) und schließlich stehen Sie mitten in einem literarischen Schauspiel von Krieg und Frieden, Verrat und Treue – beim Götz von Berlichingen in Jagsthausen ...

Das Land um die Jagst könnte auch „Burgenland“ heißen – so viele Zinnen, Türme und Bergfriede erheben sich links und rechts des Flusses. Auf der Götzenburg derer von Berlichingen spielt man alljährlich das Drama um Goethes „Götz“ – Burgfestspiele von nationalem Rang. Und natürlich noch andere hochkarätige Stücke. Das Weiße Schloss und das Rote Schloss sind ebenfalls Berlichinger Besitz in Jagsthausen. Doch bevor Sie hierher kommen, könnten Sie unten im Tal der Jagst einen Abstecher machen: Im Dorf Olnhausen war der Schmied zu Hause, der dem Götz die Eiserne Hand verschaffte. Denn als man dem Götz bei der Belagerung von Landshut mit einer Kanonenkugel – übrigens „friendly fire“, also der Beschuss eigener Verbündeter – die Hand zerfetzte, haderte er mit dem Schicksal. Hier in Olnhausen fand sich ein Schmied, dergleichzeitig ein Künstler war.

Und der die Eisenhand fertigte, bei der sich durch Druck auf einen Knopf alle Finger auf einmal schlossen – viele Jahr hunderte später Vorbild für des berühmten Professor Sauerbruchs Prothesen. Doch die Reise durch die Zeit kann am Ortsrand von Jagsthausen bis zu den Römern gehen: 400 m hinter dem ehemaligen Limes sehen Sie Reste einer Militärsiedlung am äußersten Rand des antiken Weltreichs, das Kohortenkastell Jagsthausen – und ein römisches Bad mit dem Relief der Fortuna balnearis, einer Schutzgöttin antiker Badefreuden. Der „Wochengötterstein“ zeigt die sieben Planetengötter Luna (Mond), Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn und Sol (Sonne). Daneben das Kopfstück einer Jupiter-Gigantensäule und eine Bronze-Statuette des Herkules.

Weitere Infos & Links

www.hohenlohe.de

Startpunkt der Tour

Mockmühl

Endpunkt der Tour

Jagsthausen

Highlights entlang der Route

Offizieller Inhalt von Touristikgemeinschaft Hohenlohe

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