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Wanderweg

Ein Gipsapostel und ein lachender Philosoph

Kunst, Korn und Kühe
Hier ist die Kornkammer von Hohenlohe und Baden-Württemberg. Sie hat außer guten Böden und einer qualitativ guten Lebensmittelproduktion noch mehr zu bieten: Vom Museum Würth, einem kulturellen Anziehungspunkt, über eine liebliche, landwirtschaftlich geprägte Landschaft bis hin zu Hohenloher Fürsten und dem „lachenden Philosophen“ Carl Julius Weber spannt sich der Bogen der interessanten Ziele für Reisende und Wanderer.

Diese Wandertour beginnt und endet in Gaisbach, das zur Kreisstadt Künzelsau gehört. Hier hat die Würth-Gruppe, eines der größten Handelsunternehmen in Deutschland und ein Weltkonzern, seinen Hauptsitz.Der weltweite Handel mit Befestigungs- und Montagematerial ist das Hauptgeschäft. Unternehmer Reinhold Würth hat aber auch ein Herz für die schönen Künste. Deshalb sind in das Verwaltungsgebäude in Gaisbach zweiselbständige Museen integriert: Museum Würth für moderne und zeitgenössische Kunst und das Museum für Schrauben und Gewinde. Zum Jahresprogramm von Würth gehören Musikveranstaltungen unter freiem Himmel. Weit spannt sich der Himmel über Hohenlohe, tritt man hinaus aus der Würth- Welt der Kunst und der technischen Exponate. Dann nämlich, wenn man sich Schritt für Schritt auf den Weg macht durch die

umliegenden Felder und über Wiesen, die von Waldparzellen und kleinen  Bächen durchzogen sind. Bäuerliche Wohnplätze, Weiler und Dörfer sind in der fruchtbaren Hohenloher Ebene zu finden. Kühe und Pferde weiden. Es wachsen Getreide, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse. So kommt es nicht von ungefähr, dass im Marktflecken Kupferzell das erste genossenschaftliche Getreidelagerhaus Baden-Württembergs (1897) gebaut wurde. Wilhelm Dutt, der Schultheiß von Kupferzell (1887 bis 1924) war die treibende Kraft. Er gründete in dieser Zeit die erste württembergische Getreideverkaufsgenossenschaft sowie Landwirtschafts- und Gewerbebank. Das Lagerhaus steht heute im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen, ebenso der frühere Bahnhof. Um die Landwirtschaft verdient gemacht hat sich auch Johann Friedrich Mayer, der im 18. Jahrhundert Pfarrer in Kupferzell war. Er wurde zum landwirtschaftlichen Experten.

Unter anderem empfahl er als erster den Bauern die Viehmästung im Stall und die mineralische Düngung, und zwar mit zermahlenem Gipsstein. Das brachte ihm den Ehrentitel Gipsapostel von Kupferzell ein. Er trat auch für eine verbesserte Dreifelderwirtschaft ein. Mayers Grab liegt auf dem Friedhof in Kupferzell. Dort ist auch der „lachende Philosoph“, Hofrat Carl Julius Weber (1767 – 1832), begraben. Sein „Denkmal der Liebe und Dankbarkeit“ steht an der Friedhofsmauer. Weber war ein Polyhistor – ein in vielen Wissensgebieten bewanderter Gelehrter. Ihn nennt man auch den  Vorgänger Baedeckers. Er betrieb Reisestudien in ganz Deutschland und schrieb sie in seinen witzigen und geistreichen „Briefen eines durch Deutschland reisenden Deutschen“ nieder.

Offizieller Inhalt von Kupferzell

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