Zum Inhalt springen
Stadtrundgang

Altstadtspaziergang durch Waiblingen

Beim Altstadtrundgang erwarten Sie verwinkelte Gassen, kopfsteingepflasterte Plätze, die wehrhafte Stadtmauer und die eindrucksvollen Fachwerkhäuser.

 

Waiblingen kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Frühgeschichtliche Funde belegen eine Siedlung bereits in der Steinzeit.

Am Schnittpunkt früher Handelswege entwickelte sich hier zur Zeit des Römischen Reiches bereits eine wirtschaftlich bedeutsame Töpferei. Danach bezeugen Gräberfunde auch eine Anwesenheit der Alemannen.

"Stadt" wurde Waiblingen um das Jahr 1250, als Ort nach dem Niedergang der Staufer in den Herrschaftsbereich der Württemberger Grafen kam. Im 15. Jahrhundert bildete sich in der Wein- und Ackerbürgerstadt ein vermögendes Bildungsbürgertum. Die Michaelskirche wurde erbaut und Mitglieder der gräflichen württembergischen Familie hatten hier ihre Niederlassung.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der weiteren Stadtentwicklung vorerst ein jähes Ende bereitet. Im September 1634 wurde Waiblingen niedergebrannt, viele Bürger kamen um. Von ca. 2300 Einwohnern traf man fünf Jahre später nur noch etwa 100 an. Ein Jahrhundert später aber war die alte Einwohnerzahl wieder erreicht und die Stadt innerhalb der erhalten gebliebenen Stadtmauern über ihrem alten Grundriss neu entstanden.

In wirtschaftlicher Hinsicht erlebte Waiblingen seine Blütezeit zunächst durch vielfältige Handwerksbetriebe. Dazu kamen entlang der Rems etliche Mühlen. Während der Industrialisierung und durch die Anbindung der Stadt an die Eisenbahn gingen diese Gewerbe in größeren Industriebetrieben auf. Bedeutung erlangte dabei die einheimische Ziegelproduktion, die an die römische Tradition anknüpfen konnte und Waiblingen den Slogan "Stadt des guten Tons" bescherte.

Aufgrund mancher schriftlicher Überlieferungen wird Waiblingen  als "Stauferstadt" bezeichnet.

Als traditioneller Verwaltungsmittelpunkt für das Umland seit dem Mittelalter wurde Waiblingen 1978 Hauptort des neuen "Rems-Murr-Kreises".

Bis heute hat sich das am Eingang zum Remstal gelegene Waiblingen immer mehr zu einem bevorzugten Wohnort der Region Stuttgart und zu einem prosperierenden Wirtschaftszentrum mit vielen bekannten Firmen entwickelt.

Autorentipp

Panoramablick von der Empore des mittelalterlichen Hochwachtturms.

Wie ein Wahrzeichen erhebt sich der Hochwachtturm über Waiblingen. Berühmt wurde der Turm als Schauplatz des historischen Romans "Die Kronenwächter" von Achim von Arnim.

Es lohnt sich, den Turm zu erklimmen: von oben eröffnet sich ein beeindruckender Ausblick auf die ganze Stadt.

Zu den Öffnungszeiten der Touristinformation können Sie den Schlüssel zum Hochwachtturm gegen Pfand erhalten.

Wegbeschreibung

Altstadtrundgang.

Der Altstadtspaziergang beginnt am Zehnthof in der Waiblinger Altstadt. Im Zehnthof befand sich die 1928 abgebrannte Zehntscheuer. Der 1963 von Fritz Mehlis gestaltete Zehntbrunnen erinnert an frühere Notzeiten, als die Bauern oft ihr "letztes Huhn" abliefern mussten. Vom Zehnthof aus läuft man rechts die Lange Straße hinunter bis zum Torwarthaus auf der linken Seite. Vom Fellbacher Tor, 1834 im Zuge der Stadterweiterung abgerissen, ist heute nur noch das 1826 erbaute Torwarthaus mit dem Wappen Graf Ulrichs V., des Vielgeliebeten erhalten. Ein Durchlass führt zum Zwinger, dem Gelände zwischen eigentlicher Stadtmauer und Vormauer. Ihr Weg entlang des Zwingers führt Sie zur Bürgermühle, die 1574 neu erbaut wurde und existierte neben zwei weiteren Mühlen bereits im 13. Jahrhundert. Sie hat den Stadtbrand 1634 überstanden. Der Mühlbetrieb wurde 1921 eingestellt. Bei der Bürgermühle angekommen, müssen Sie unter der Brückenunterführung durch und gleich rechts die Treppe zur Brücke hinauf. Dann überqueren Sie die Kirchenbrücke und sehen vor sich die Michaelskirche und rechts das Nonnenkirchle. Der von einer Mauer mit Schalenturm (1463) umgebene äußere Kirchenbezirk umfasst die spätgotische, Ende des 15. Jahrhunderts erbaute Michaelskirche sowie das ebenfalls spätgotische Nonnenkirchle (1506), eine vermutlich als Grablege entstandene zweigeschossige Kapelle. An der Michaelskirche vorbei gelangen Sie rechts herum in Richtung Hauptstraße zum Alten Postplatz. Anstelle des Landratsamts auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand einst das erste Waiblinger Ziegelunternehmen. Mit dem Eisenbahnanschluss 1861 wuchs die Stadt in Richtung Bahnhof. Am Alten Postplatz, heute wieder Stadtentwicklungsgebiet, befindet sich die 1902 errichtete Karolingerschule und gegenüber das um 1912 errichtete Jugendstilgebäude Villa Roller. Auf Ihren Rückweg zur Altstadt überqueren Sie wieder die Kirchenbrücke und folgen dem Weg geradeaus bis Sie auf die Nikolauskirche stoßen. Links vor der Kirche folgen Sie dem Weg und biegen in der Kurze Straße nach rechts ab und befinden sich vor der Nikolauskirche. Diese innerstädtische Kirche wurde 1269 erstmals erwähnt. Heute zeigt die Kirche im wesentlichen den spätgotischen Umbau um 1488. Beachtung verdient ihre barocke Kanzel. Sie folgen dem leichten Anstieg der Kurze Straße in Richtung Rathaus. Das 1959 erbaute und 2002 sanierte Rathaus steht auf dem historischen Grund des 1634 abgebrannten Schlosses der Grafen von Württemberg. Davon erhalten ist nur der Schlosskeller. Gegenüber liegt das 1976 von dem Architekten Wilfried Beck-Erlang in modernem Dialog mit der Altstadt - Topographie erbaute Marktdreieck. Das Gebäude Kurze Straße 28 ziert ein schöner "Neidkopf" aus der Zeit des 17. Jahrhunderts. Links vom Rathaus befindet sich das Alte Rathaus (Nr. 4), das bis 1875 der Stadtverwaltung diente. Heute sind seine Arkaden freigelegt und Sie können diese zum Marktplatz durchqueren. Unter den Arkaden wir jeden Mittwoch sowie auf dem Marktplatz Markt gehalten. Hinter dem Marktbrunnen, über den sich die Waiblinger Justitia erhebt, liegt der restaurierte Fruchtkasten der ehemals geistlichen Verwaltung. Im früheren Amtsgericht (Nr. 1) wohnte im 19. Jahrhundert der Oberamtsrichter Karl Mayer, der in dem verzierten Barockerker auch Besuch von seinen Dichterfreunden Eduard Möricke und Nicolaus Lenau empfing. Vom Marktplatz aus folgen Sie weiter der Kurze Straße hinunter bis zum Bädertörle. Durch das Bädertörle gelangt man über den Mühlkanal hinaus zur Erleninsel, dem grünen Waiblinger Parkgürtel mit Wiesen und Bäumen. Innerhalb der weitgehend erhaltenen Stadtmauer führt noch ein Wehrgang aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts bis zum Beinsteiner Torturm. Dem Mauergang folgen Sie, bis Sie auf das Beinsteiner Tor stoßen. Der in Richtung Beinstein führende Turm blieb als einziges früheres Stadttor erhalten. Auf der stadtabgewandten Seite empfängt den Besucher das Wappen Graf Eberhards V. zusammen mit dem Waiblinger Stadtwappen von 1491. Darunter interpretieren zwei Sgrafittogemälde aus dem Jahr 1938 stadtgeschichtliche Ereignisse. Vom Beinsteiner Tor folgen Sie nun der Langen Straße und biegen dann rechts in die Untere Sackgasse und laufen diese bis zur Weingärtner Vorstadt durch. Außerhalb der Stadtmauer in der Weingärtner Vorstadt 20 befindet sich ein imposanter Fachwerkbau. In dem ehemaligen Gerberhaus befindet sich heute das Museum der Stadt (Wiedereröffnung 2014). Gegenüber präsentieren sich in moderner Architektur die neuen Gebäude "Galerie Stihl Waiblingen" und die Kunstschule. Nun folgen Sie links weiter der Weingärtner Vorstadt in Richtung Am Stadtgraben. Am Stadtgraben angekommen überqueren Sie den Zebrastreifen und befinden sich vor der Marktgasse. Erbaut auf der ehemaligen Sachsenheimer Gasse verbindet die 1990 eingeweihte moderne Einkaufspassage Marktgasse den Altstadtkern mit der äußeren Stadt. Von hier aus gehen Sie durch die Einkaufspassage Marktgasse vorbei an den Geschäften bis Sie auf die Lange Straße kommen. Nun laufen Sie nach rechts vorbei an der Alten Herberge (Nr. 36) mit Herbergsbrunnen und der 1649 nach dem Stadtbrand wieder aufgebaute Pfleghof des Klosters Adelberg, das spätere Kameralamt (Nr. 40), sowie vorbei an sorgfältig restaurierten Fachwerkbauten. In die Straße Beim Hochwachtturm biegen Sie rechts ein und sehen den wohl Ende des 12. Jahrhunderts erbauten Turm. Der Hochwachtturm ist älter als die Stadtmauer.

Weitere Infos & Links

Touristinformation Waiblingen

Scheuerngasse 4, 71332 Waiblingen

Tel. 07151/5001-8321, Fax 07151/5001-8324

E-Mail: touristinfo@waiblingen.de, www.waiblingen.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 - 18 Uhr, Samstag 9 - 14 Uhr

Die Mitarbeiterinnen der Touristinformation Waiblingen informieren Sie über die Möglichkeiten in der Stauferstadt.

Auch bei der Suche nach geeigneter Literatur oder Flyern ist Ihnen die Touristinformation gerne behilflich.

Sie können sich in der Touristinformation Waiblingen auch für verschiedene Stadtführungen anmelden. Bitte wenden Sie sich hierfür an die Mitarbeiterinnen, die Sie gerne beraten.

Startpunkt der Tour

Zehnthof

Waiblingen können Sie von allen Seiten und mit allen Verkehrsmitteln gut erreichen.

Mit dem Auto: ab Stuttgart über die B14 in Richtung Waiblingen, Ausfahrt Waiblingen-Süd, Richtung Waiblingen-Mitte.

Endpunkt der Tour

Hochwachtturm

Highlights entlang der Route

  • Galerie

    Hochwachtturm Waiblingen

    Die Stadt mit den drei Türmen – so hat Eduard Mörike einst Waiblingen genannt. Und das gilt bis heute. Gemeint hat der Dichter den Hochwachtturm, den Turm der Michaelskirche und den Beinsteiner Torturm. Die Türme und Mauern der mittelalterlichen Stadtbefestigung geben der Stadt im Remstal in der Tat bis heute ein wehrhaftes Aussehen.

Offizieller Inhalt von Waiblingen

Die Inhalte werden von den Veranstaltern, Städten und Kommunen vor Ort sorgfältig selbst gepflegt. Kurzfristige Terminänderungen, -verschiebungen oder eine fehlerhafte Übermittlung können wir nicht ausschließen. Wir empfehlen deshalb vor dem Besuch die Informationen beim Anbieter selbst einzuholen. Für die inhaltliche Richtigkeit von Dritten können wir keine Gewähr bieten. Zudem können wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit garantieren.