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Radtour

Auf die Räder, fertig. Urlaub! Die Bodensee-Radstory WIR SAGEN SERVUS, GRÜEZI UND HALLO

Von der zentral gelegenen Seeferiengemeinde Uhldingen-Mühlhofen erkunden wir sternförmig auf dem Bodenseeradweg die Seeregion in Deutschland, Österreich und der Schweiz in fünf Teilstücken.

Auf der heutigen Etappe nehmen wir mit unseren Rädern den Zug von Uhldingen-Mühlhofen nach Friedrichshafen. Vom Stadtbahnhof Friedrichshafen aus beginnt unsere Radtour über Langenargen - Lindau - Bregenz - Rorschach - Arbon - Romanshorn und mit der Fähre wieder zurück nach Friedrichshafen. Am Ende der Tour bringt uns der Zug  in 30 Minuten wieder zurück an unseren Ausgangspunkt nach Uhldingen-Mühlhofen.

Unser Highlight auf dieser Tour:

  • Die Durchreise durch drei Staaten am Dreiländereck Deutschland, Österreich, Schweiz

Übrigens - die Tour kann auch in entgegengesetzter Richtung gefahren werden.

Auf die für heute geplante Tour sind wir besonders gespannt: Wir möchten den Obersee abschließend umrunden und dabei durch alle drei Staaten des Dreiländerecks fahren. Schon beim Frühstück freuen wir uns darauf, die Natur im grünen Rheindelta zu genießen. Erst einmal heißt es aber, nicht zu trödeln, denn die erste Etappe führt uns mit der Bahn bis Friedrichshafen. Wir haben uns für ein vorab gebuchtes Handyticket entschieden. In der Tourist-Information Uhldingen-Mühlhofen hatten wir uns beraten lassen und erfahren, dass sich für unser Vorhaben die Gruppen-Tageskarte am besten eignet, die beliebig viele Fahrten in bis zu drei zusammenhängenden Zonen im Verbundnetz erlaubt. Da sie wochentags ab 8.30 Uhr gültig ist, nehmen wir den Zug um 8.52 Uhr. Zwar ist die Mitnahme von Fahrrädern im Nahverkehr erst ab 9 Uhr kostenfrei, aber bei der von uns gewählten Verbindung müssen wir nicht umsteigen.

Am Stadtbahnhof Friedrichshafen verlieren wir keine Zeit und schwingen uns gleich in den Sattel, um auf den Bodenseeradweg zu gelangen. Schnell lassen wir die Stadt hinter uns und genießen die zunehmend grüner werdende Umgebung. Wenig später stoppen wir am Eriskircher Ried an einer Auskunftstafel mit Informationen über das Naturschutzgebiet, das sich direkt am Bodenseeufer erstreckt. Ein Hinweisschild auf das Naturschutzzentrum Eriskirch weckt unsere Neugier und wir entscheiden uns für einen kleinen Abstecher. Doch leider hat das im alten Bahnhofsgebäude beheimatete Zentrum, das neben allgemeinen Informationen auch regelmäßig thematisch passende Sonderausstellungen anbietet, an diesem Tag geschlossen. So setzen wir unseren Weg fort durch das idyllische Naturschutzgebiet und kreuzen den Rheinzufluss Schussen. In Langenargen machen wir Halt direkt am See, um einen Blick auf das imposante Schloss Montfort zu werfen, das am Ende des Schlossparks auf einer kleinen Halbinsel liegt. Zufällig stoppen wir an einem Punkt mit Seezugang, an dem sich zwei Ladestationen für E-Bikes befinden, für deren Nutzung man lediglich einen Euro Pfand benötigt, wenn man seinen Akku zum Aufladen dort einschließen möchte. Schloss Montfort, heute das Wahrzeichen Langenargens, wurde ab 1861 an der Stelle der Ruine der Veste Burg Argen als königliche Sommerresidenz erbaut. Neben klassizistischen Elementen und mittelalterlichen Burgzinnen stechen vor allem die maurischen Details der orientalisierenden Baukunst des 19. Jahrhunderts hervor, die das Schloss zu etwas ganz Besonderem machen. Das Gebäude ist normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Eine Möglichkeit, es auch von innen zu erleben, bieten jedoch die Langenargener Schlosskonzerte, die im Konzertsaal im Obergeschoss stattfinden. Wieder auf den Rädern überqueren wir nun die Argen, einen Nebenfluss des Rheins, und lassen uns an einem kleinen Stand mit Bodenseeobst zu ein paar süßen Erdbeeren verführen, die wir in einer Vesperpause genießen. Zum ersten Mal seit unserer Ankunft am See hören wir das typische Geräusch eines Zeppelins – und dann sehen wir ihn auch, als er aus einer Wolke hervorkommt! Eine Weile wird er unsere Fahrt am Bodenseeufer entlang nun begleiten. In Kressbronn – die östlichste, am Nordufer des Bodensees gelegene baden-württembergische Gemeinde im Bodenseekreis – verlieren wir kurz die Ausschilderung des Bodenseeradwegs aus den Augen. Zum Glück ist die Orientierung auch hier unkompliziert und wir finden schnell unseren Weg in Richtung Lindau wieder. Bei herrlichem Sonnenschein stehen wir plötzlich vor einem beeindruckenden Mammutbaum, der vor knapp 140 Jahren gepflanzt wurde, wie wir einem Hinweisschild entnehmen können.

Unser Weg führt uns weiter durch das Wohngebiet von Kressbronn und durch angrenzende Gemeinden. Einer Pappelallee folgend, geht es bergab nach Wasserburg. Unsere Fahrt wird begleitet vom Gesang verschiedenster Vogelarten, die sich in den dicht bewachsenen Gärten offenbar sehr wohl fühlen. Vom Bodenseeufer im Lotzbeckpark aus haben wir dann einen schönen Blick auf die Inselstadt Lindau und müssen am Bahnübergang einige Zeit warten, bis die zur Insel aus- und einfahrenden Züge den Übergang passiert haben. So verlockend eine Stippvisite in die Altstadt wäre: Die Besonderheit der heutigen Tour ist schließlich die Bodenseeumrundung mit Fahrt durch alle drei Staaten des Dreiländerecks und so radeln wir weiter – über die österreichische Grenze in Richtung der Stadt Bregenz. Vom Bootssteg „Am Kaiserstrand“ in Lochau bietet sich uns ein wunderbarer Blick auf Bregenz und die Seebühne am Bodensee. Insgesamt hält die Bregenzer Bucht zahlreiche tolle Fotomotive bereit mit dem hübschen Nostalgiebad und dem Hafen, in dem wir die „Sonnenkönigin“ liegen sehen. Das größte Passagierschiff auf dem Bodensee, das als extravagantes Event- und Charterschiff von Bregenz aus unterwegs ist, schauen wir uns aus der Nähe an, bevor wir uns in einem Eiscafé an der Seepromenade mit Kaffee und Apfelstrudel verwöhnen. Gestärkt setzen wir unsere Fahrt ins Naturschutzgebiet Rheindelta Richtung Lustenau und Ried fort, überqueren zunächst die Bodenseezuflüsse Bregenzer Ach und Schwarzach, bevor wir auf der Fahrradbrücke über den Neuen Rhein radeln. Das Naturschutzgebiet Rheindelta erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 2.000 Hektar über die Gemeindegebiete von Höchst, Fußach, Gaißau und Hard. Zwei Drittel des Gebietes besteht aus Wasserflächen, nur ein Drittel ist Festland. Unsere Route schlängelt sich entlang der Schutzdämme durch das Naturreservat – immer wieder finden sich Übergänge über die vielen Wasserläufe, unter anderem auch eine schöne Holzbrücke, von der aus man einen Seitenarm des Rheins überblicken kann. Begleitet vom Gesang der hier heimischen Vogelart Teichrohrsänger setzen wir unsere Fahrt nach Fussach fort. Auf der Rheinbrücke, um die herum unzählige Mehlschwalben unterwegs sind, fällt uns der elektronische Fahrradzähler auf, der heute schon über 1.400 Radfahrer registriert hat: Vorarlberg fährt Rad! Den Duft von frisch gemähtem Gras in der Nase, folgen wir dem Radweg durch Felder und Wiesen vorbei an Bauern- und Pferdehöfen.

Schon neigt sich unsere Tour durch Österreich dem Ende zu. Am Zollamt Gaißau Rheineck überqueren wir die Grenze zur Schweiz ins Appenzellerland und den Alten Rhein über eine Holzbrücke, die ausschließlich für den Radverkehr bestimmt ist. Waren wir morgens noch mit Jacken gestartet, ist es uns inzwischen doch warm geworden. Am Regionalflugplatz St. Gallen-Altenrhein legen wir eine Trinkpause ein und wechseln auf sommerlichere Kleidung. Überrascht sehen wir in der Ferne vergoldete Zwiebeltürme, die an Hundertwasser erinnern. Und tatsächlich steht in der Stadt Staad mit der Markthalle Altenrhein das einzige Gebäude, das der österreichische Künstler Friedensreich Hundertwasser in der Schweiz geplant und realisiert hat. Einen kurzen Abstecher hierhin lassen wir uns nicht entgehen und umrunden das interessante Gebäude, das mit seinem auffälligen Grundriss, den leuchtenden Farben und den für den Künstler typischen geschwungenen Formen beeindruckt. Die Strecke von Staad nach Rorschach verlangt uns als Radfahrer mit vielen Straßenquerungen einiges ab, hier ist Aufmerksamkeit angebracht. Doch schon kurz hinter dem Würth Haus Rorschach, hinter dessen moderner Glasfassade sich nicht nur Kongress- und Eventräumlichkeiten verbergen, sondern im musealen Teil auch wechselnde Kunstausstellungen und einen Skulpturengarten, die man kostenfrei besichtigen darf, ändert sich die Wegführung zu einem großzügig angelegten Seeradweg – abgetrennt vom Fußweg – parallel zum See. Im Seepark pausieren wir für ein kleines Picknick. Wellen schlagen plätschernd ans Ufer. Zwischen zahlreichen Bars und Eiscafés entdecken wir hinter dem Seecafé Arion zufällig eine Ladestation für E-Bikes mit zwei Steckdosen – praktisch.

Hinter Rorschach verläuft der Fahrradweg nach Horn und Steinach eine ganze Strecke nochmals an und zum Teil auf der Straße, bis wir wieder an den See kommen. Die Gemeinde Arbon empfängt uns mit einer langen Kastanienallee, hinter der sich ein herrlich weiter Blick auf den See eröffnet. Über das in der Sonne glitzernde Wasser gleiten Segelboote. Von der Hafenstraße kommend, fahren wir auf das frühere Schlossgelände zu, auf dem sich im mittelalterlichen Schloss mit Wehrturm auch das Historische Museum Arbon befindet. Hier können Besucher die größte lokal- und regionalhistorische Ausstellung des Thurgaus besichtigen. Beeindruckend finden wir die Kirche, neben der eine kleine Ruine steht. Bei der Weiterfahrt zwischen anderen Velofahrern und Inline-Skatern bemerken wir, dass sich an diesem Teil des Schweizer Ufers Campingplatz an Campingplatz reiht. Entlang der Bahnlinie führt der Rad- und Skater-Weg zwischen Apfelplantagen und Gleisen in Richtung Hafenstadt Romanshorn. Dort bleibt uns auch für dieses Mal leider keine Zeit zum Verweilen, denn als wir uns dem Anleger nähern, sehen wir, dass die Fähre nach Friedrichshafen sich zur Abfahrt bereit macht. Wir erreichen das Schiff in letzter Sekunde. Was bleibt, ist der Blick vom hinteren Sonnendeck aus auf Romanshorn, mit dem wir uns für heute wieder von der Schweizer Seeseite verabschieden. Unter weißen Schäfchenwolken sieht man inmitten der Skyline von Friedrichshafen schon von Weitem den Aussichtsturm, an dem die Fähre anlegen wird. Da wir dieses Mal ja nur eine Seeüberquerung geplant hatten, kaufen wir uns jeweils ein einfaches Ticket zur Überfahrt mit dem Fahrrad und erfahren, dass man auf der Fähre sowohl mit Euro als auch mit Schweizer Franken bezahlen kann. Nach der Ankunft in Friedrichshafen geht es gleich weiter zum Bahnhof. Wir treten nochmals kräftig in die Pedale, um den nächstmöglichen Zug nach Uhldingen-Mühlhofen zu erreichen. Das Tagesticket haben wir ja schon, und zu dieser Uhrzeit ist die Mitnahme der Räder kostenlos. Wieder in unserer Pension angekommen, freuen wir uns darauf, die Beine hochzulegen. Da der Magen knurrt, lassen wir uns vom Capri Pizza Service in Daisendorf heute ausnahmsweise eine Pizza liefern, die wir dann kurzentschlossen aber doch mit an den See nehmen, um am Naturbad im Ortsteil Unteruhldingen mit Blick auf das Wasser zu Abend zu essen.

Highlights entlang der Route

Offizieller Inhalt von Uhldingen-Mühlhofen

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