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Radtour

Chorturmkirchen im Hanauerland

Unterwegs zu Chorturmkirchen im Hanauerland. Auf dieser Tour lernen Sie Kirchen kennen, die für die Ortenau und speziell das Hanauerland eine Besonderheit darstellen - die Chorturmkirchen. Betreten wir eine Kirche, so tun wir das gewöhnlich durch das Hauptportal, über dem sich in der Regel der Kirchturm erhebt. Manchmal steht der Turm auch seitlich davon. Bei den Chorturmkirchen befindet sich der Turm auf der gegenüberliegenden Seite über dem Chor, meist im Osten. Der Bereich unter dem Turm kann unterschiedlich gestaltet sein. Einmal befindet sich dort der Altar, ein andermal der Taufstein.

Diese Tour können Sie beliebig variieren, abkürzen, ergänzen oder in mehreren Etappen fahren. Sie führt Dich zu Chorturmkirchen in Legelshurst; Linx; Hausgereut; Niederfreistett; Diersheim; Leutesheim; Bodersweier und Kork.

In Legelshurst und Kork haben Sie Anschluss an die Ortenau S-Bahn, was die problemlose An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt. Mit nur wenigen Kilometern zusätzlich kann man die Tour als Rundfahrt wieder in Legelshurst beenden. Viel Spaß!

Erste Station ist die Evangelische Kirche in LEGELSHURST. Diese Kirche können Sie von außen betrachten. Achten Sie auf das Wappen über dem Seiteneingang. Es wurde im Jahr MDCCXLIII, dem Baujahr der Kirche, angebracht. Der Hanauisch-Lichtenbergische Landesherr Ludwig legte Wert darauf, obwohl die Gemeinde nicht darum ersucht hatte. Haben Sie bemerkt, dass die Kirchturmspitze etwas schief steht?

Weiter geht es nach LINX. Diese von einer denkmalgeschützten Mauer mit ursprünglichen Torbögen umschlossene Kirche ist in der Regel geöffnet. Im Inneren erwartet uns Kunst aus verschiedenen Zeiten, u.a. ein geteiltes Kreuz. Weitere Informationen in der Kirche.

In HAUSGEREUT ist eine der beiden ursprünglichen Chorturmkirchen, die noch in ihrer Ursprungsgröße zu bewundern sind. Wenn es einzurichten ist, dann machen Sie hier um die Mittagszeit Station, denn um 12:00 Uhr wird die Glocke von Hand geläutet. Im Chorraum sind Szenen aus dem Leben der Heiligen Nikolaus zu sehen. Vielleicht erkennen Sie die ein oder andere Legende.

In RHEINBISCHOFSHEIM erhebt sich die große Ausnahme: Der „Dom“ des Hanauerlands. Diese Kirche stellt einen Kontrast zu den Chorturmkirchen auf dieser Strecke dar. Allein die Größe ist imponierend und der Innenraum wirkt als achteckiger Bau fast rund. An den Außenmauern sind einige alte Grabsteine angebracht und links neben dem Eingang erinnert ein Gedenkstein an die Deportation der jüdischen Bevölkerung am 22. Oktober 1940 nach Gurs.

Mit FREISTETT haben wir annähernd die Hälfte der Strecke geschafft. In Niederfreistett befindet sich die zweite ursprüngliche Chorturmkirche. Gewidmet ist sie ebenfalls dem Heiligen Nikolaus. Umgangssprachlich hat sich aber der Name HEIDENKIRCHEL eingebürgert. Wobei sich die Bezeichnung „Heiden“ nicht auf „unchristlich“ oder „vorchristlich“ bezieht, sondern eher darauf, dass es sich um eine sehr alte Kirche handelt. Tatsächlich hat man bei Umbauarbeiten einen Balken entdeckt, der um die tausend Jahre alt ist. Treten Sie ein und lassen Ihre Augen sich langsam an das dämmrige Licht gewöhnen. Ein Spruchband läuft dicht unter der Decke rund um das Kirchenschiff. Es beginnt an der vorderen Wand links über dem Chorbogen. Zwei Verse aus dem Neuen Testament: „Das Licht scheint“ und das Versprechen Jesu Christi, die Menschen alle Tage zu begleiten. Ergänzen Sie in Gedanken den zweiten Vers und vielleicht entdecken Sie eine Brücke zum nun wiederbeginnenden Spruchband. Die beiden modernen Glasfenster im Chorraum zeigen die Taufe Jesu und das Pfingstereignis. Ganz in der Nähe lädt ein kleiner Rastplatz zu einer Pause ein. Wir haben den „Scheitelpunkt“ unserer Tour erreicht.

Am Rhein entlang und durch die Rheinauen nach DIERSHEIM zur Dreifaltigkeitskirche. Sie wurde zu einer ähnlichen Zeit wie die Kirche in Legelshurst erbaut. Als Hinweis auf ein Evangelisches Gotteshaus wurde als schmückendes Element die Lutherrose angebracht. Sie ist von überall aus gut zu sehen und trotzdem ein wenig versteckt.

An der Straße entlang weiter südwärts nach HONAU (hier eine Katholische Kirche) und von dort weiter nach LEUTESHEIM. Auch hier befindet sich über dem Seiteneingang wieder ein großes Fürstenwappen, das hier die Jahreszahl 1740 anlässlich einer Erweiterung preisgibt. Im Jahr 2017 wurde diese Kirche im Inneren sehr geschmackvoll neu gestaltet. Wir können sie (mit Ausnahme der Gottesdienstzeiten) von außen bestaunen.

Ebenfalls lediglich zu Gottesdiensten ist die die Kirche in BODERSWEIER geöffnet. Auch hier lohnt ein Blick auf das imponierende Wappen. Mit der Angabe des Jahres 1616 über dem Hauptportal sagt sie uns, dass sie zu Zeiten des Grafen Johann Reinhard I. erbaut wurde. Zu ihrem 400. Geburtstag wurde sie innen neugestaltet.

Ziel unserer Tour ist KORK. Hier erreichen wir wieder einen Bahnhalt. Zuvor lohnt aber ein Blick in die katholische Herz-Jesu-Kirche und deren Hof. 2017 wurde hier nach dem Vorbild von Chartres ein begehbares Labyrinth in den Boden eingelassen.

Die evangelische Kirche steht mitten im Dorf. Zum Raten und Staunen sind die Eingangstüren. Notenkundige können an der Seitentür einen namhaften Komponisten entdecken und am Hauptportal begegnen uns Symbole, die wir schon in der großen Kirche von Rheinbischofsheim gesehen haben.

Highlights entlang der Route

  • Radtour

    Waldbrief-Tour

    Tour 6 der 30 Rundtouren des E-Bike-und Tourenradprojekts "Sagen und Mythen der Ortenau". Die detaillierte Tourenradkarte inklusive 30 Tourenkärtchen erhalten Sie bei den Gemeinden und Tourist-Informationen des Ortenaukreises sowie im Buchhandel ( ISBN-Nr. 978-3-939657-71-2 ).

Offizieller Inhalt von Ortenaukreis

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