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Pilgerweg

Tag 7 Jakobusweg Ansbach-Oberdischingen: "Der Klösterliche" Heidenheim - Langenau

TAG 7: HEIDENHEIM - LANGENAU: "Der Klösterliche" (29,9 km)

LVA B-W, Wanderkarte 14, Aalen-Schwäbisch Gmünd, 1:35000,

LVA B-W, Wanderkarte 15, Heidenheim, 1:35000,

LVA B-W, Wanderkarte 21, Herbrechtingen, 1:35000,

Kloster Herbrechtingen: Die Gründung des Klosters Herbrechtingen [1] durch Abt Fulrad von Saint-Denis um 774 führt in die Frühzeit der (benediktinischen) Mönchtums. Er übertrug die Gebeine des Märtyrers Bischof Veranus an die Brenz, so standen als Patrone der Hl. Dionysius und der Hl. Veranus nebeneinander. Das Kloster wurde durch Karl den Großen mit umfangreichen Schenkungen aus Reichsgut bedacht und ging nach dem Tod Fulrads in den Besitz von St. Denis über. Um 1046 Aufenthalt Heinrichs III. in Herbrechtingen. Die Erweiterung des Chores ist Mitte des 11. Jahrhunderts von den Benediktinern eingeführt. Das Kloster wurde durch Augustinerchorherren aus dem Stift Hördt bei Germersheim neu besetzt. Im Zuge dieser kaiserlichen Reformmaßnahmen stattete Friedrich Barbarossa das Kloster mit umfangreichem Besitz aus, im 13. Jahrhundert stand das Kloster unter kaiserlichem Schutz. 1286 bestätigte der König gegen den Protest des Propstes die Ansprüche der Helfensteiner auf die Stiftsvogtei. Durch Stiftungen entstanden mehrere Kapellen (Unsere Liebe Frau, Katharinenkapelle). Einführung der Reformation durch Württemberg 1536 - in Folge wurden die Güter und Rechte des Stiftes vom württembergischen Klosteramt Herbrechtingen verwaltet. Aus der Reihe protestantischer Pröpste ragt Johann Albrecht Bengel als Pietist heraus (1741-1749).

Kloster Anhausen [2]: Die Gründungsgeschichte nahm in Langenau ihren Anfang mit einer Urkunde von 1125, da wird bestätigt, dass das von Pfalzgraf Adalbert und seinen Brüdern Manegold, Ulrich und Walter gestiftete Kloster nach Anhausen verlegt wird. Zu viele Leute und der lebhafte Verkehrs hatte sich für eine geistliche Gemeinschaft als ungünstig erwiesen. Anhausen dagegen war die abgeschiedene „Siedlung am Bach“ (an der Brenz) mit reichem Fisch- und Holzbestand. Es gehörte zu den sog. Reformklöstern des benediktinischen Mönchstums. Die neuerbaute Klosterkirche wurde dem Langenauer Kirchenheiligen St. Martin geweiht. 1143 wurde Besitz in 55 Orten bis zur Fils, Rems, dem Ries und der Donau genannt. 1320 kaufte man große Teile Bolheims und 1326 schenkten die Grafen v. Helfenstein fast ganz Gussentadt dazu. Über die Zusammensetzung des Konvents ist wenig bekannt, auch die Äbte sind tw. nur mit Vornamen genannt. Ein Mönch Oswald übersetzte 1356 den Schwabenspiegel, ein Rechtsbuch, ins Lateinische, die Gräfin v. Helfenstein hat ihm das deutsche Original ausgeliehen, während Karl Stengel aus Augsburg 64 lateinische u. 28 deutsche Werke und dazu noch 20 Übersetzungen, darunter die „Monasteriologia“ (Geschichte der Klöster) schuf. Im Städtekrieg 1449 wurde das Kloster schwer zerstört, der Wiederaufbau war erst um 1517 mit Abt Johannes Weidenkranz abgeschlossen, in dieser Reformperiode ging das Kloster mit zahlreichen benachbarten Klöstern Gebetsverbindungen ein. In der Reformation war ein Teil der Klosterbrüder ausgetreten, die Zurückgebliebenen wurden mit einem Leibgeding abgefunden. Ein württembergischer Beamter übernahm die Verwaltung des Klostergutes. Eine von schwedischen Luther-Pilgern angebrachte Tafel weist auf den 1803 gestorbenen evangelischen Anhausener Prälaten Magnus Friedrich Roos, Autor des „Christlichen Haus-Buch“ (1783), hin. Teile des Kreuzganges sind auf privatem Grund noch sichtbar.

Falkenstein: Maria-Magdalenenkapelle, gestiftet 1506 von Margarethe v. Falkenstein-Rechberg. Die Herren v. Rechberg setzten in der Reformation für die Untertanen der Herrschaft Falkenstein dort einen eigenen katholischen Priester ein, der dort die Messe las [3] .

Lindenau: Schon 1286 schenkte der Markgraf Heinrich v. Burgau die Patronatsrechte der Kirchen in Rammingen und Lindenau an den Abt Trudwin vom Klosters Kaisheim. Damals musste eine Lindenauer Kirche bereits gestanden haben. Ab 1299 im Besitz des Klosters Kaisheim, als Kauf vom Zisterzienserkloster Gutenzell.Um 1330 war wieder ein „Religioser“ (Pfarrer) am Ort, der bis 1350 eine eigene Pfarrei war. Er wurde dann vom zuständigen Augsburger Bischof Marquard mit der Ramminger Pfarrkirche vereinigt. Um 1460 schickte Kaisheim wieder einen Religiosen, der eine „grangia“ (Mönchshof)   einrichten, die Güter bebauen und die Kirche reparieren sollte [4]. Dies dürfte der Ursprung der Wallfahrt gewesen sein. Das Hospitium war nur für den Religiosen vorgesehen, ausnahmsweise lebte auch ein Eremit am Ort. Die Wallfahrtskirche war zwar prächtig ausgestattet, wurde aber bei der Neuordnung Württembergs und Bayerns um 1805 abgerissen, Uhr, Orgel, Kanzel usw. in die Umgebung verkauft. Wer heute in der Ferne die Ramminger Glocken hört, erfreut sich wie frühere Pilger am ehemaligen Geläut von Lindenau.

Langenau: Die freigelegten Fundamente eines römischen Gutshofes deuten auf eine frühgeschichtliche Besiedelung des Ortes hin. Um 1095 wurde durch Pfalzgraf Manegold den Älteren das Kloster Langenau und mit großem Grundbesitz ausgestattet und zum größten Grundbesitzer Langenaus. 1125 zogen Abt und Konvent nach Anhausen, was zur Gründung der Pfarrkirche St. Martin führte. 1238 ging die Herrschaft von den Dillingern an die Herren v. Albeck, 1250 an die Herren v. Burgau, 1293 an die v. Werdenberg-Albeck und dann 1377 an die Freie Reichsstadt Ulm über, die 1531 die Reformation einführte. Burghof und Burghofgasse erinnern an den Sitz des früheren Ortsadels. Der Pilger Hans von Waltheym ritt im 15. Jahrhundert mit seinem Knecht Cunz auf dem Weg von Nürnberg an den Bodensee und kam nach „Naüw, eyn dorf, 2 myle, das ist der von (davor) Vlm. Bie der kerchen vor deme dorffe do wonet vnser werd (Wirt). Do bleben wir die nacht, vnd wir hatten keynen geleicman geyn Vlm…“ [5] Der weitere Weg schien so übersichtlich und sicher wie heute zu sein.

[1] Herbers, Klaus:

[2] Kunstdenkmäler Baden-Württemberg - OA Ulm, Deutscher Kunstverlag (1978), S. 415.

[3] Kreisbeschreibung Heidenheim I/624.

[4] Landesarchivdirektion Baden-Württemberg: Der Kreis Heidenheim, Band II, S. 282 ff.

[5] Landesarchivdirektion Baden-Württemberg: Der Kreis Heidenheim, Band I, S. 198.

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