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Ortsteil

Riedichen

Riedichen, ein Dorf mit 250 Einwohnern, 3 km von der Stadt Zell im Wiesental entfernt, in ruhiger sonniger Lage ist ein Ortsteil der Stadt und liegt auf den Hängen des Zeller Berglands. Sehr gute Wandermöglichkeiten nach Gersbach, Schopfheim und Sonnenmatt.

Der staatlich anerkannte Erholungsort Riedichen liegt in einer südwestlichen Einbuchtung des Köpfle zwischen Hoher Möhr und Rohrenkopf in 627 Metern Höhe im Schuhlochbachtal. Der Ortsteil Gaisbühl liegt 750 M. ü. M. am Nordhang des Gleichen, der Weiler Hütten in 770 Metern am Südhang des Köpfle im Hirzenlochbachtal und der Weiler Obere Grüneck in 690 Metern auf halbem Wege von Atzenbach. 

Auch in Riedichen, das aus einem Hofgut entstand, verlief die historische Entwicklung bis zur Selbstständigkeit im Jahr 1811 konform zu Dorf und Dinghof bzw. zur Vogtei Zell. Das Dorf hieß in früheren Zeiten Riedach und Riedacker. Der Name deutet auf einstige Rodungen hin. Die Gemarkungsgröße beläuft sich auf 316,3 ha, davon 150,7 ha Wald und weitere 24 ha auf eine ehemalige Exklave am Rohrberg.

Verkehrsseitig ist der Ort durch die Gemeindeverbindungsstraße Atzenbach-Schlechtbach-Gersbach gut erschlossen. Zuvor gab es nur den steilen, beschwerlichen Weg, der hinter der Atzenbacher Kirche seinen Anfang nahm. Erst 1924 erhielt das Dorf Elektrizität. Durch Bebauungsgebiete steigen die Einwohnerzahlen von Riedichen.

1958/59 baute die Gemeinde ein neues Schulhaus, das jedoch nur bis zur Schulreform dem vorgesehenen Zweck diente. Danach gingen die Schüler nach Atzenbach zur Grundschule und nach Zell in die Hauptschule. Das Schulhaus wurde, bis auf die Feuerwehrgarage und das Glockentürmchen, verkauft.
Das neue Schulhaus wurde Bürgersaal, Ortsverwaltung und Jugendraum.
Ein Männerchor wurde 1925 durch den über die Region bekannten Kunstmaler Adolf Glattacker gegründet. Die Bergvogtei Riedichen wurde 1973 gegründet. Mit dem von Kurt Winkler entworfenen Häs, Ankewiib, sorgt die Vogtei an Vogteiabenden und der Teilnahme am Zeller Fasnachtumzug eine gute alemannische Fasnacht. Es besteht auch eine Frauenturngemeinschaft, in der sich Frauen aus dem Dorf gemeinsam fit halten. Die Feuerwehrabteilung Riedichen ist mit einem Löschfahrzeug ausgesatttet. Bemerkenswert ist im Ortsteil Gaisbühl ein Schwarzwaldhaus, wohl das einzige im Wiesental mit einem Strohdach, das 1998 von einem privaten Investor in den Urzustand zurückversetzt wurde und nun als Ferienhaus vermietet wird.

Der Weiler Hütten, 1396 erstmals erwähnt, hat eine besondere historische Vergangenheit. Dort bestand eine Glashütte, die als alter Hüttenplatz betrachtet werden darf. Die ausgedehnten Wälder am Rohrberg dem „Hochen Ror“ waren mit Holzkohle und Wasserkraft Energieträger und mit dem quarzhaltigem Granit, dem Pottaschen zugefügt wurde, Rohstoffbasis für die Glasherstellung. Einen sicheren Nachweis für die Glasmacher in der Zeller Vogtei beinhaltet das Verzeichnis für die in Basel 1472 veranstaltete Lotterie des „Glückhafens“. In der zugehörigen Stiftungsurkunde der Herren vom Stein von 1321 ist unter den Leuten im Raum Zell auch Konrad und Burchin Schirer aufgeführt, Träger von Namen, die besonders nach dem 15. Jahrhundert auf die Tätigkeit des Glasofenheizers hinweisen. Es muss dabei offen bleiben, ob mit dem Hinweis auf Zell die Vogtei und damit auch Hütten gemeint ist oder ob Zeller Glasmacher gemeint sind, auf die Gewann-Namen wie Glasermatt und Glasberg an der Grenze gegen Raitbach hinweisen. Sicher ist, dass die Glasmacher ihren Standort oft gewechselt haben, bezüglich des großen Holzverbrauches. So ist es wahrscheinlich, dass der „Glaser aus dem Fliegenbach“ (Fliegentenbach) und der Name „ Althüttenbach“ 1473 Standort einer Hütte des Christian Glaser bei der Husarenmühle, sowie die Namen Glasbrunn und Glaserkopf am Rohrberg auf Glashütten hinweisen, die Vorgänger der Glashütte bei Riedichen waren.

1569 gab es Auseinandersetzungen zwischen dem Stift Säckingen und dem Freiherrn Hans Jakob von Schönau hinsichtlich der Waldnutzung. In einem Abkommen heißt es: die Glashütt uff den Zirckhen im Rohrberg soll zu denen von Schönow eigenthumb stehen, es soll ihm daran kein Hindernis geschehen. Die genannte Glashütte war allem nach jene in Hütten. Die Hütte bestand wohl bis in die 1620er Jahre. Riedichen schloss sich bereits am 1. März 1972 im Hinblick auf die ausstehende Gemeindereform der Stadt Zell im Wiesental an, nachdem zwei Bürgermeisterwahlen.

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