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Kapelle, Hechingen

Friedhofskirche Schlatt

Die heutige Friedhofskirche ist das Wahrzeichen des Hechinger Ortsteils Schlatt. Weithin sichtbar grüßt das kleine Gotteshaus vom steilen Berghang in das schöne Killertal hinein. Insbesondere im Frühjahr, wenn die das Kirchlein umrahmende Bäume in voller Blüte stehen, bietet es dem Besucher ein liebliches Bild.

Geschichte:
Die aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche hatte bereits eine Vorgängerin, die wahrscheinlich schon zu Beginn des vorigen Jahrtausends bestand und um die sich alte Sagen und Legenden ranken.

Für die Annahme, dass der heutige Bau nicht die erste Schlatter Kirche ist, spricht nicht nur die Vermutung der früheren Gründungen der Dionysiuspfarreien in unserem Raum und die urkundliche Erwähnung im liber decimationis von 1275. Auch einige noch immer erhaltene kirchliche Ausstattungsgegenstände weisen auf eine wesentlich frühere Zeit hin. Das gilt sowohl für die leider beschädigte kleine Glocke wie auch für den frühgotischen Taufstein aus grauem Sandstein. Dieser steht am Eingang der Friedhofskirche und findet eine Verwendung als Weihwasserbecken. Von beiden wird angenommen, dass sie aus dem 13. Jahrhundert stammen.


Baugeschichte:

Das Aussehen der Schlatter Friedhoftkirche hat sich im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Baumaßnahmen mehrmals verändert. Drei Bauphasen sind im wesentlichen für das heutige Aussehen des kleinen Gotteshauses verantwortlich.

Bauphase I:

Die Außenmaße der ursprünglichen Kirche betrugen ca. 11 Meter in der Länge und 8 Meter in der Breite. Der Grundriss war rechteckig. Der Spitzbogeneingang an der Südwand war der damalige Kircheneingang. Das Fenster war in der Mitte der damaligen südwand angebracht.

Bauphase II:
Diese Bauphase musste dreigeteilt werden.

2a: Diese Bauphase hatte eine Verlängerung der Kirche um ein Drittel nach Osten zur Folge. ZurTrennung von Chor und Schiff wurde von der früheren Außenmauer an den Ecken jeweils ein Pfeiler stehen gelassen. An der Nordwestecke des damaligen Chorraumes gab es eine Rundbogen-Türöffnung. Wahrscheinlich war dies der Eingang zu der Sakristei.

2b: Es wurden Fenster- und Türöffnungen geschaffen, die bis zum heutigen Tage an diesen Stellen geblieben sind. In die Seitenwände wurden je drei Fenster eingebaut. In die Westwand wurde spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Eingang eingebaut.

2c: In der Westwand wurde ein Segmentbogeneingang eingebaut. Durch die neue Fensterform wollte man mit der Art der alten Tradition brechen und moderne Formen einführen. Es war um das Jahr 1700.

Bauphase III:
Diese Bauphase ergab den Zustand der heutigen Kirche und war mit einer Erweiterung nach Osten verbunden. Zur Trennung von Chor und Schiff wurde von der früheren Außenmauer wiederum ein zwei Meter breiter Pfeiler stehen gelassen. Der heutige Chor nimmt die Hälfte des Kirchenschiffes ein.
Nach dem Abriss der Sakristei erfolgte ein Neubau an entsprechender Stelle. Ähnlich wie vorher platzierte man den Eingang zur Sakristei in der Nordwest-Ecke des Chorraumes. Die Empore wurde so erweitert, dass sie wieder die Hälfte des Schiffes einnahm.
Fenster- und Türöffnungen erfuhren eine einheitliche Anderung. Die Türöffnungen erhielten eine rechteckige Form. In die Segmentbogen- öffnung des Westeingangs wurde ein Holzrahmen eingepasst, desweiteren der Eingang zur Sakristei mit Sandstein gerahmt. An der Südwestecke des Chores wurde ein Eingang gebaut.


Besonderheiten:
Die Schlatter Friedhofskirche besitzt eine ganz besondere Kostbarkeit. Dies sind die Wandmalereien (1472), die im Zuge der Restaurierung von Mai 2001 bis Oktober 2002 freigelegt wurden. Der Bilderzyklus befindet sich im heutigen Kirchenschiff, dem ehemaligen Chorraum des Gotteshauses und zeigt Szenen aus dem Neuen Testament. Die Seccomalerei begann zirka 130 Zentimeter über dem Fußboden und reichte bis an die heutige Decke.

Zu den ältesten Gegenständen in der Schlatter Friedhofskirche zählen zweifelsohne die kleine Glocke und der Taufstein am Kircheneingang, der heute als Weihwasserbecken dient.
Die kleine, leider beschädigte Glocke hat einen Durchmesser von 55 Zentimetern. Sie ist ohne Inschrift. Ihre Entstehung wird auf das 13.
Jahrhundert datiert, und sie dürfte somit eine der ältesten Glocken in unserem Raum sein. ­
Am Haupteingang auf der rechten Seite befindet sich ein frühgotischer Taufstein aus grauem Sandstein. Es wird angenommen, dass er ebenfalls aus dem 13.Jahrhundert stammt.

Die barocke Orgel der Friedhofskirche stammt aus der Zeit um das
Jahr 1750 und ist eine Rarität und Kleinod. Etwa 100 Jahre später hat das Instrument einen Umbau erfahren. Dabei wurde der ursprüngliche Spielschrank zu einem freistehenden Spieltisch erweitert. Insgesamt ist das Instrument in großen Teilen im Original erhalten, dazu zählt auch der hölzerne Pfeifenbestand. Den einzigen größeren Verlust stellen die fehlenden Originalpfeifen des Metallpfeifenwerks dar. Von dem sich in der
Schlatter Friedhofskirche befindenden Orgeltyp sind nur noch sehr wenige Exemplare im Land vorhanden. Aufgrund zahlreicher Mängel ist das Instrument jedoch nicht mehr bespielbar.

Eine weitere Besonderheit ist der Kreuzweg. Die Stationen, die den etwa 180 Meter langen Fußweg empor zur Friedhofskirche säumen, sind dem Nazarenerstil zuzuordnen. Sie bestehen aus gefassten Ton-Reliefplatten und Bildstöcken.

Bei der Wanderung "Kirchenköpfle-Tour", die für ambitionierte Wanderer konzeptioniert ist, kommen Sie am Kirchlein vorbei. Lassen Sie die Blicke schweifen. Auch die Burg Hohenzollern ist in Sichtweite.

Öffnungszeiten

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04.10.2022
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05.10.2022
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Donnerstag
06.10.2022
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Freitag
07.10.2022
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08.10.2022
09:00 - 17:00 Uhr
Palmsonntag bis Allerheiligen
Sonntag
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