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Land und Leute

Wenn die Stadt Stuttgart Feinstaubalarm auslöst

Viele Städte haben in Deutschland mit Luftverschmutzung durch Autoverkehr zu kämpfen. Bisherige Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte gehen der EU nicht weit genug, es drohen Diesel-Fahrverbote. Aktuell diskutiert die Politik deswegen auch Konzepte für einen kostenlosen Nahverkehr. Das Ergebnis: Bisher noch völlig offen. In Stuttgart setzt man deutschlandweit als einzige Stadt auf einen „Feinstaubalarm“ mit der Aufforderung zum Umstieg auf Bus und Bahn.

Wenn die Luft dick wird

Bei Feinstaub handelt es sich um ein Gemisch aus festen und flüssigen Partikeln mit einem Durchmesser von weniger als 0,01 Millimetern (= 10 µm). Durch Menschen verursacht, entstehen sie insbesondere bei der Verbrennung von Kohlenstoffen. Also durch die Abgase von Fahrzeugen sowie durch Heizungen und sogenannte Komfortöfen. Aber auch Reifen- und Bremsabrieb tragen zur Luftbelastung mit Feinstaub bei. Für das menschliche Auge unsichtbar, können die feinen Staubkörner Atembeschwerden auslösen und das Risiko für Herzinfarkte und Lungenerkrankungen erhöhen.

Kessellage erschwert die Situation

Stuttgart hat vor allem im Winter mit einer erhöhten Feinstaubkonzentration in der Luft zu kämpfen. Dann herrscht häufig eine sogenannte Inversionswetterlage: Die oberen Luftschichten sind wärmer als die unteren, dichteren Schichten und eine Durchmischung wird verhindert. Durch die Kessellage der Landeshauptstadt wird eine Durchmischung der Luftschichten zusätzlich erschwert. Der Feinstaub kann nicht abtransportiert werden und sammelt sich in immer höherer Konzentration in der Luft.

Das Auto einfach mal stehen lassen

Sagen die Meteorologen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen eine Wetterlage voraus, bei der die verschmutzte Luft nicht aus dem Talkessel abziehen kann, wird Feinstaubalarm ausgelöst. In diesem Zeitraum ruft die Stadt Autofahrer dazu auf, freiwillig Fahrgemeinschaften zu bilden, ein elektrisches Fahrzeug zu nutzen oder auf Bus und Bahn umzusteigen. In der aktuellen Feinstaubalarm-Periode vom 15. Oktober 2017 bis zum 15. April 2018 bietet der VVS das vergünstigte UmweltTagesTicket an. Dieses ist in diesem Zeitraum auch dann erhältlich, wenn kein Feinstaubalarm ausgelöst ist.

Die Kapazitäten sind da

Der Sorge, dass der Nahverkehr durch Umsteiger an seine Grenzen stoßen könnte, trat Verkehrsminister Winfried Hermann unlängst in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung entgegen. Tatsächlich sind in der Hauptverkehrszeit nur wenige Züge komplett ausgelastet. Als Unterstützung hat das Verkehrsministerium deshalb für die auf den Stuttgarter Hauptbahnhof zulaufenden Strecken des Regionalverkehrs Übersichten zur Auslastung erstellt. Hier lässt sich mit einem Blick erkennen, ob die Sitzplätze bei der gewünschten Uhrzeit knapp werden könnten oder man lieber auf eine andere Verbindung ausweichen sollte. Dabei werden die Ankünfte zwischen 06:00 Uhr und 09:00 Uhr am Stuttgarter Hauptbahnhof sowie die Abfahrten von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr berücksichtigt. Grundlage für die Einstufungen sind hier die Fahrgastzahlen des Jahres 2017. Schwankungen durch Reisegruppen, Großereignisse oder Störungen gibt es immer wieder, daher kann keine Gewähr dafür übernommen werden, dass in einem bestimmten Zug auch tatsächlich jeden Tag noch freie Plätze vorhanden sind.  S-Bahnen sind nicht dargestellt, da für diese nicht das Land, sondern der Verband Region Stuttgart zuständig ist.

Die Zukunft bringt mehr Investitionen

Aber auch wenn nur wenige Züge komplett ausgelastet sind, werden in den nächsten Jahren die Kapazitäten weiter erhöht. „Damit sind wir für weitere Fahrgastzuwächse in der Zukunft gut gerüstet“, so Hermann in dem Interview. Alleine für die Verbindungen von und nach Stuttgart werden dann 19 zusätzliche Züge für insgesamt 115 Millionen Euro im Einsatz sein.

Deswegen: Beim nächsten Feinstaubalarm einfach mal das Auto stehen lassen und günstig und schadstoffarm unterwegs sein.

Weitere Informationen zum Feinstaubalarm finden Sie auch unter www.stuttgart.de/feinstaubalarm

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