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Urlaub in Baden-Württemberg: Welches Reiseziel passt zu wem?

Auspowern, Relaxen, Natur- und Kulturschätze genießen: Das klappt auch in diesem Jahr – ganz bequem und umweltfreundlich mit dem öffentlichen Nahverkehr. Das einzige Problem: Mit Bodensee und Schwarzwald, Schwäbischer Alb und zwei Metropolstädten ist Baden-Württemberg so unverschämt vielseitig, dass die Urlaubstage viel zu knapp werden. Wetten?

Wie gewinnt man Abstand vom Alltag? Das kommt ganz drauf an. Matze und seine Kumpels bekommen am besten den Kopf frei, indem sie die verrosteten Glieder aus dem Bürostuhl stemmen und sich richtig auspowern. Inge und ihre Freundin Marlis sind da ganz anders: Für sie gibt es im Urlaub nicht Schöneres, als sich in Kultur, Museen und Burgen mit spannender Geschichte zu verlieren. Für Lehrerin Petra hat Urlaub wiederum mit Input gar nichts zu tun: Sie erholt sich am besten, wenn sie den ganzen Tag in grüner Natur verbringen kann und die Zivilisation für ein paar Tage vergessen darf. Und das Beste: Das Urlaubs-Feeling liegt nur eine Bahnfahrt entfernt!

Perfekt, um dem Alltag in diesem Sommer davonzuradeln: die Schwäbische Alb. // Bild: TMBW/Gregor Lengler

Drei Sportsfreunde auf Tour

Urlaub 2020. Den wollte Matze mit seinen Kumpels Flo und Tim beim Biken und Klettern in den Pyrenäen verbringen. Wegen Corona möchten sie jetzt doch nicht wegfliegen. Urlaub in der Region? 

Die drei überlegen. „Hm“, sagt Matze, „wir waren doch schon mal vor Jahren am Kaiserstuhl. Eigentlich ja eher wegen des Weins. Aber da soll es doch jetzt den Badischen Weinradweg geben, der direkt am Kaiserstuhl vorbeiführt.“  Tim hat sich gerade ein neues Gravel-Bike gekauft. „Mein Händler hat mir die Alb-Crossing empfohlen. Die hätte mit 7000 Höhenmetern und 370 Kilometern wahrscheinlich ein bisschen mehr Schmackes“, meint Tim. „Hin und zurück würden wir da problemlos mit dem ÖPNV und dem Radexpress kommen“, weiß der Umweltschützer. „Wir wollten doch eh nächstes Wochenende zum Klettern in die Hessigheimer Felsengärten“, erinnert Flo seine Freunde. 

Radwandern geht ja eigentlich auch am Bodensee, denkt Matze. Da wär‘s ein bisschen flacher. Und vor allem im Sommer die Abkühlung nicht weit. Und beim Kajak, Stand-Up-Paddeling und Segeln könnten wir ja dann auch andere Muskelpartien trainieren als nur die Beine.

Echtes UNESCO-Welterbe direkt vor der Haustür: Das älteste Freiluftmuseum Deutschland liegt am schönen Bodensee. // Bild: Schwabenfotograf_Dickmann

Kulturreise durch den Südwesten

„Wusstest du schon? Die Häuser in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung hatten ursprünglich auch das Ziel, vor der Ansteckung mit Infektionskrankheiten zu schützen“, fragt Inge ihre Freundin Marlis. Die beiden Karlsruherinnen können sich seit Juli endlich wieder wie auch vor Corona auf einen Kaffee im ZKM treffen. Die perfekte Location für die beiden Kultur-Liebhaberinnen – zum Brainstorming für den spontanen Sommerurlaub. Denn ihre London-Reise liegt jetzt erst mal auf Eis. 

„Wirklich? Das würde ich mir gern mal genauer anschauen“, sagt Marlis. „Mit den Öffis kommen wir doch bequem nach Stuttgart. Da können wir doch locker eine ausgefüllte Woche verbringen – und dabei gleich noch schauen, was es aktuell in der Staatsgalerie zu sehen gibt. Und abends vielleicht noch eine Vorstellung im Theaterhaus mitnehmen?“

„Gute Idee“, findet Inge. „Oder was hältst du denn von einer Fahrt an den Bodensee? Ich hätt‘ mal Lust auf die Pfahlbauten in Unteruhldingen.“ „Meinst du, wir könnten unterwegs noch die Burg Hohenzollern mitnehmen?“ fragt Kunsthistorikerin Inge. Gut, dass die beiden noch viele Urlaubstage übrighaben. Da können sie ihre Traumziele im Südwesten so richtig auskosten.

Weite Landschaft, Panorama zum Durchatmen: In Baden-Württemberg liegt das Urlaubs-Feeling nur eine Bahnfahrt entfernt. // Bild: TMBW/Gregor Lengler

Für Natur-Fans: Erholung für alle Sinne

Petra Bauer entlässt ihre Schüler in die Ferien. Der Nacken schmerzt, der Kopf braucht Pause. Während des ungewöhnlichen Schulhalbjahrs hatte die Lehrerin gehofft, ihren Entspannungsurlaub doch noch wie geplant auf Bali zu verbringen. Irgendwann war klar, dass sich die Naturliebhaberin das wegen der Pandemie aus dem Kopf schlagen kann. Wie soll sie sich jetzt ohne die exotischen Bäume und Blumen, die Gärten und Parks, die Höhlen und Wasserfälle erholen? 

Hatte da nicht Sarah aus ihrer Klasse irgendwas von einem Garten mit Orangen, Zitronen, Zimt- und Kaffeepflanzen mitten in Karlsruhe erzählt, den sie in den Ferien bei ihren Großeltern besuchen wollte? Petra klappt ihr Laptop auf. Und tatsächlich gibt es da einen Botanischen Garten, gleich neben dem Schlossgarten. Durch den fährt sogar eine Bahn. Nicht schlecht, staunt sie. Und die Höhlen und Wasserfälle? Sie sucht weiter. Und wird fündig auf der Schwäbischen Alb mit einem unendlichen Angebot von Genusstouren, die zu diesen Naturschätzen führen. 

Die Lehrerin denkt nach. Letztes Jahr hatte sie doch einen Flug mit dem Zeppelin über den Bodensee zum Geburtstag geschenkt bekommen. Da konnte sie die prächtige Mainau von oben sehen. Eingeloggt! Und die balinesischen Reisterrassen? Klar, wir haben doch auch hier Terrassen, halt nur mit Wein! Das Internet weist Petra Bauer den nächstgelegenen Weg: An den Kaiserstuhl. Sie lehnt sich entspannt zurück. Schon steht ihre persönliche Bali-Urlaubstour. Durch Baden-Württemberg.

Credits Header (v.l.n.r.): AdobeStock_201271229, GettyImages-567865991, AdobeStock_312105489, pierres.visualz, Schwabenfotograf_Dickmann

Magazin-Artikel veröffentlicht am 30.07.2020