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Science-Fiction im Nahverkehr? 5 abgefahrene Hightech-News.

Zugfahren mit Warp-Geschwindigkeit? Oder ein Röhren-Transportnetz wie in der Serie Futurama? Technische Innovationen entwickeln sich im 21. Jahrhundert immer rasanter. Hier gibt’s die fünf schärfsten Hightech-Highlights für den Nahverkehr der Zukunft.

Gelber Roboter steht vor einem gelben Hintergrund. Er steht an der linken Seite des Bildes und sieht nach vorne. Bildquelle: iStock/TARIKKIZILKAYA

Quelle: iStock/CasPhotography

1. Mit Big Data immer einen Sitzplatz

Schon heute zeigen Apps oder Monitore am Gleis in Echtzeit an, in welchem Wagen es freie Plätze gibt. Aber es kommt noch besser: In naher Zukunft werden uns Apps sagen können, wie voll ein Zug in 24 Stunden sein wird! Ob man also die frühe oder die späte Bahn nimmt, ist dann leicht entschieden. Dafür braucht es keine Glaskugel – nur offene Daten. Und die stehen millionenfach zur Verfügung.

Frau steht vor einem Zug und zuckt mit den Schultern. Sie trägt eine rote Bluse und eine weiße Hose.

Menno, schon wieder voll besetzt? Dank Big Data gehören überfüllte Zugabteile bald der Vergangenheit an.

Für solche Voraussagen sollen beispielsweise automatische Fahrgastzähler genutzt werden, Aufzeichnungen von Überwachungskameras, Informationen aus Wifi-Hotspots sowie Wetterdaten. Und die Auswertung wird immer filigraner: Künftig werden zum Beispiel auch Daten von Car- und Bike-Sharing und anstehenden Großevents hinzugezogen. Schluss mit überfüllten Zugabteilen dank intelligenter Verteilung – wir können es kaum erwarten. 

2. Weiße Schienen gegen Hitzschlag

Nein, es ist kein Gag von Graffiti-Künstlern. Die mancherorts mit weißer Farbe besprühten Gleise haben einen guten Grund: Verschiedene Bahnunternehmen testen aktuell, ob das Metall so der Sommerhitze besser trotzt. Schließlich können im Hochsommer die Schienen in praller Sonne bis zu 80 Grad heiß werden – wodurch sie sich ausdehnen, anfälliger für Schäden sind und die Zugfahrt zur Ruckelpartie wird.

Ein Mann sitzt in einem futuristischen Zug. Neben ihm sitzen Robotter, die alle nach Vorne sehen. Der Zug ist aus silbernem Metall.

An welchen verrückten Technologien wird aktuell getüftelt? Keine Angst, die Board-Snacks kommen noch nicht aus dem Replikator. Quelle: iStock/Pavel_Chag

Und was sind die ersten Ergebnisse des Testprojekts? Erstens: die umweltfreundliche Farbe hält, muss aber regelmäßig aufgefrischt werden. Zweitens: Ob die weiße Farbe vor Verformung schützt, ist noch nicht erwiesen. Die Tests kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Geplant ist, 2021 genügend Daten zu haben, um den Effekt beurteilen zu können. Wir bleiben gespannt!

3. Mit autonomen Zügen sicher ans Ziel

Von Freiburg nach Offenburg ohne Lokführer an Bord? In fünf Jahren könnte das schon möglich sein. Die Technologie dafür ist Großteils schon vorhanden. Schließlich gibt es selbstfahrende U- und S-Bahnen bereits seit den 80er Jahren. In vielen europäischen Großstädten befördern sie – meist in Tunnelsystemen – jährlich über eine Milliarde Menschen.

Warum es also bislang noch keine selbstfahrenden Fernzüge gibt? Ganz einfach: Auf offener Fernstrecke sind die technischen Anforderungen um Einiges höher, weil auf den Gleisen zum Beispiel umgestürzte Bäume oder Tiere liegen können. Diese Hindernisse müssen die Züge erkennen und Signale aus der Umwelt wahrnehmen. Aber der technische Fortschritt schreitet voran – und auch die öffentliche Akzeptanz für autonomen Zugverkehr.

Ein Mann steht vor einem gelben Hintergrund. Er hält sich mit den Fingern die Ohren zu.

Wow, da schüttelt’s einen… Mit kleinen cleveren Robotern hat Gequietsche auf den Schienen keine Chance mehr! Quelle: iStock/LightFieldStudios

4. Schluss mit Kurvenquietschen

Wer kennt es nicht: Fährt eine Bahn um eine enge Kurve, jagt uns das durchdringende Quietschen Gänsehaut über den Rücken. Dieses kann sogar Werte über 100 dB(A) erreichen. Zu viel für unsere Ohren! Besonders für Anwohner sind die unangenehmen Geräusche lästig.

Und so bekommt man diesen Kurvenlärm jetzt schon in den Griff: Mit der sogenannten Schienenkopfkonditionierungsanlage (SKK). Hinter diesem Wortungetüm steckt ein ziemlich cleveres System. Die Anlagen sind an einzelnen Gleisabschnitten installiert. Erkennen ihre Sensoren einen vorbeifahrenden Zug, sprühen sie ein geräuschminderndes Mittel – in der Fachsprache Konditionierungsmittel – auf die Gleise, das durch die Räder auf dem Gleisbogen verteilt wird.

Und das Tollste: Das Konditionierungsmittel ist natürlich biologisch abbaubar und nimmt keinen Einfluss auf den Bremsweg der Züge. Hut ab, liebe Forscher!

Das Twitterzeichen auf einem bwegt-gelben Hintergrund.

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5. Zugfahren mit null Emissionen

Eine Bahn, die als „Abfallprodukt“ nur reines Wasser produziert. Kann das denn sein?! So unglaublich es klingt, aber diesen emissionsfreien, enorm klimafreundlichen Zug entwickelt Siemens in genau diesem Moment.

Der Regionalzug Mireo Plus H soll 2024 in den Probebetrieb gehen. In seiner Brennstoffzelle entsteht aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie. Die gibt dem Zug volle Power: Mireo Plus H wird so leistungsfähig sein wie herkömmliche elektrische Triebzüge! Zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim soll er dann auf Herz und Nieren getestet werden. Dort soll er im Vergleich zu dem herkömmlichen Dieseltriebwagen unglaubliche 330 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.

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Magazin-Artikel veröffentlicht am 15.01.2021

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