Zum Inhalt springen

Highlights im Krisenjahr: Mein bwegtester Moment 2020.

Ein ungewöhnliches Jahr geht zu Ende. Für viele geprägt von Unsicherheit, Verlust und Verzicht. Auch für die Menschen, die den Schienenverkehr in Baden-Württemberg schultern. Dennoch blicken sie 2020 auch auf ganz persönliche Glücksmomente zurück – voller Jubel, Erleichterung und Herzklopfen. Gänsehaut garantiert!

Gelber Hintergrund mit Konfetti. Bildquelle: iStock/TARIKKIZILKAYA

Bildquelle: iStock/TARIKKIZILKAYA

Rettung in letzter Sekunde

Wieso Frank von Meißner heute beim Anblick eines Stücks Beton Gänsehaut bekommt? Alles begann 2008: Eigentlich war schon ein großer Straßendamm für die neue Ortsumgehungsstraße Pfullendorf geplant.

Mann streckt den Daumen hoch.

Frank von Meißner kann sein Glück kaum fassen: In letzter Sekunde konnten die Streckenretter verhindern, dass der Traum der Räuberbahn für immer begraben wurde.

Dieser sollte quer über die Schienenstrecke Altshausen-Pfullendorf führen und sie unter sich begraben – schließlich war diese Nebenstrecke schon seit Jahren stillgelegt. Aber: Die Stadt Pfullendorf und einige Vollblut-Eisenbahner schmiedeten doch gerade Pläne, um diese traditionsreiche Verbindung wieder zum Leben zu erwecken!

„Brücken gibt es aber nur für aktive Eisenbahnstrecken. Ein Wettlauf gegen die Zeit begann“, erinnert sich Frank von Meißner. „Schnell beschlossen also die Anliegergemeinden, die Strecke in Betrieb zu nehmen – gerade noch rechtzeitig, um den Straßendamm zu verhindern.

„Mein bwegtester Moment 2020 war, als ich im Frühjahr nun vor dieser neuen Straßenbrücke stand – die nach über 10 Jahren fertiggestellt wurde und heute den Verkehr über die fahrenden Züge hinweg führt. Beim Anblick dieses Stücks Beton bekam ich richtig Gänsehaut: Vor Glück über das, was wir seit dem Beschluss zur Rettung der Räuberbahn geschafft und geschaffen haben – mit viel Engagement und Mut.“

Mann mit gelber Krawatte macht Selfie im Zug.

Peter Hatzenbühler trifft bei seiner Arbeit als Kundenbetreuer täglich unzählige Menschen. Doch diese Begegnung wird er nie vergessen.

Die berührende Gänseblümchen-Begegnung

Worte, die in Erinnerung bleiben: Go-Ahead-Kundenbetreuer Peter Hatzenbühler hatte in seinem ersten Berufsjahr 2020 ein ganz besonderes Erlebnis: „Auf der Fahrt von Stuttgart nach Nürnberg kam ich mit einer sympathischen Dame ins Gespräch. Nach der Fahrkartenkontrolle lobte sie meine Freundlichkeit gegenüber den Gästen im Zug. Da ich noch keine Firmenkrawatte hatte, trug ich meine private gelbe mit kleinen Gänseblümchen. Sie sprach mich auf das Design an und fand es sehr geschmackvoll.

Erst am Bahnsteig in Nürnberg sah ich die Dame wieder. Sie kam auf mich zu, bedankte sich nochmals für meinen Service im Zug und schenkte mir ein kleines Büchlein mit dem Titel ‚Gänseblümchen Gedanken‘. Beim Blättern fand ich eine Widmung: ‚Für den tollen Schaffner mit der Gänseblümchen-Krawatte‘. Auf einem Bild im Büchlein erkannte ich die Dame als Autorin. Diese Begegnung war sehr berührend für mich.“

Mann mit Warnweste und Bauhelm.

Wie bei der ersten Autofahrt nach der Führerscheinprüfung – Lukas Sing ist seit diesem Jahr alleine für Gleisinspektionen verantwortlich.

Zum ersten Mal alleine verantwortlich

Sommerhitze und Monster-Maschinen: Beim Großputz auf der Sanierungsbaustelle Stuttgart-Mannheim war Mobilitäts-Checker Kevin live dabei – und hat von Lukas Sing gelernt, wie Schotter gereinigt und neue Gleise verlegt werden.

Ein echt aufregender Job für den jungen Bezirksleiter Oberbau. Denn Lukas Sing hat in diesem Jahr seine Ausbildung bei der DB Netz AG abgeschlossen und ist jetzt eigenverantwortlich für die Inspektionen von Gleisen zuständig. „Während meiner Qualifizierung“, erinnert er sich, „habe ich die Überprüfungen immer gemeinsam mit meinen Kollegen gemacht. Aber seither bin ich allein unterwegs.

Anfangs fühlte ich mich wie bei meiner ersten Autofahrt nach der Führerscheinprüfung: stolz, aber doch auch ein wenig aufgeregt.“

Mann mit Maske steht vor einem bwegt Zug.

Im Team ein gewaltiges Paket stemmen und endlich im gesamten Streckennetz unterwegs sein – einfach ein unschlagbares Feeling für Nicolai Kasper.

Nach zwei Jahren endlich am Ziel

Unvergesslich für Nicolai Kasper: beim Speed-Date mit Mobilitäts-Checker Kevin ordentlich auf die Tube drücken. Aber sein bwegtester Moment in diesem Jahr? Da wird der Referent Eisenbahnbetrieb nachdenklich: „2020 war geprägt von besorgniserregenden Nachrichten, dem fehlenden Kontakt zu Mitmenschen und den Herausforderungen des ‚neuen Alltags‘, ohne zu wissen, wann sich dieser Zustand wieder ändern sollte.“

„Und dennoch gab es auch positive Ereignisse und Lichtblicke.“ Wie das unschlagbare Feeling, im Abellio-Team ein gewaltiges Paket gestemmt zu haben: „Ein ganz besonderes Highlight war für mich der Tag der Inbetriebnahme des letzten Teilstücks unseres Streckennetzes, der Strecke von Stuttgart nach Tübingen. Zwei Jahre lang habe ich an diesem Ziel mitgearbeitet – zunächst in der Ausbildung neuer Kolleginnen und Kollegen, später dann im administrativen Bereich.

Unsere Betriebsaufnahme war nur möglich, weil hier bei Abellio ein tolles und motiviertes Team tagtäglich sein Bestes gibt.“ Einer von Nicolai Kaspers besonderen Glücksmomenten 2020.

Magazin-Artikel veröffentlicht am 21.12.2020

Auch interessant