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Wanted: Engagierte Bahnfahrer für den Fahrgastbeirat Baden-Württemberg.

bwegt sorgt mit neuen Zügen, engerer Taktung und spannenden Aktionen für Bewegung im ganzen Bundesland. Wer auch schon immer mal etwas im Schienenpersonennahverkehr bewegen wollte und seine persönliche Erfahrung als Bahnfahrer aktiv einbringen möchte, der hat jetzt die Chance dazu – denn der Fahrgastbeirat in Baden-Württemberg sucht neue Mitglieder.

Doch wie sehen die Aufgaben dafür eigentlich aus? Der 54-jährige Diplom-Wirtschaftsmathematiker Matthias Lieb aus Mühlacker ist schon seit der Gründung des Fahrgastbeirats in Baden-Württemberg im Jahr 2012 dabei und auch Vorsitzender des Gremiums.

Warum haben Sie sich damals entschieden Mitglied zu werden?

Matthias Lieb: Ich bin nicht nur Mitglied im Fahrgastbeirat, sondern auch im Verkehrsclub Deutschland (VCD), der sich bereits seit über 30 Jahren für die Attraktivität der Bahn einsetzt. Daher war es für mich naheliegend, dass ich mich auch im Fahrgastbeirat für die Interessen der Nutzer bei der Planung des Schienenverkehrs einsetzen möchte.

Was sind Ihre Aufgaben im Beirat?

Matthias Lieb: Die Aufgaben im Fahrgastbeirat sind sehr vielfältig. In unserer ersten Sitzung 2012 war das Landesdesign der neuen Fahrzeuge das zentrale Thema, zu dem wir befragt wurden. Wir haben aber auch schon Sitzproben für die neue Bestuhlung der Züge durchgeführt und uns vor allem für bequemere Sitzabstände stark gemacht. Allgemein ergeben sich viele Aufgaben aus den Themen des Verkehrsministeriums, wie zum Beispiel der bwtarif, zu dem wir im Vorfeld Vorschläge gemacht haben.

Wie zeitaufwändig ist dieses Ehrenamt?

Matthias Lieb: Im Jahr treffen wir uns zu drei bis vier Sitzungen. Darüber hinaus gibt es für einen kleineren Kreis noch Vorbereitungstreffen, bei denen die Agenda für die nächste Besprechung festgelegt wird. Wenn ein Thema umfangreicher behandelt werden muss, können zudem Arbeitsgruppen eingerichtet werden. Das war zum Beispiel beim Muster-Fahrzeuglastenheft der Fall, bei dem es um standardisierte Anforderungen von Fahrzeugen ging.

Was haben Sie dadurch schon bewirken können und was sind noch Ihre Ziele?

Matthias Lieb: Die zentralen Themen Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit beschäftigen uns natürlich schon lange. Wir konnten diesbezüglich erreichen, dass die Püntlichkeitswerte monatlich je Netz veröffentlicht werden, damit man einsehen kann, ob die persönlich erlebte Pünktlichkeit auch repräsentativ ist. Außerdem möchten wir, dass die Erstattungsregelungen für Pendler und Einzelreisende vereinfacht und automatisiert werden. Und auch bei der zweiten Stufe des bwtarif wollen wir uns weiterhin einbringen.

    

Motiviert, kommunikativ und erfahren im Regionalverkehr – das sollten die Bewerber für den Fahrgastbeirat also sein. Für dieses Ehrenamt können sich interessierte Bürger noch bis Ende Februar beim Verkehrsverbund ihres Wohnortes bewerben.

Matthias Lieb mit Verkehrsminister Winfried Hermann, der den Fahrgastbeirat ins Leben gerufen hat, bei einer Pressefahrt im August 2018.

Weitere Informationen zum Fahrgastbeirat Baden-Württemberg finden Sie außerdem unter: www.nvbw.de/aufgaben/fahrgastbeirat/

Magazin-Artikel veröffentlicht am 15.02.2019